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Urban Mining – Städtischer Müll ist Gold wert

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Friday, 10 . Feb . 2012 | KW06

Grüne Stadt

Urban Mining – Städtischer Müll ist Gold wert


Jahrzehnte wurde der städtische Müll in diversen Deponien gelagert unter Erde verbuddelt. So entstand eine wahrhafte Sammlung an künstlichen Bergen. Wer hätte gedacht, dass diese mal wertvoll würden. Wenngleich nicht alles Gold ist, so doch sind diese Halden angefüllt mit allerlei Metallen in Jahrzehnte altem Schrott. Alte Waschmaschinen, Bohrmaschinen, Stahlbetonstücke, Batterien und vieles mehr schlummert in der Tiefe.

Mit Hilfe zahlreicher urbaner Probebohrungen wurden festgestellt, dass einige Deponien an bestimmten Stellen durchaus einen besonderen „Bergwerksbetrieb“ lohnen. Am Rande der Großstädte und in Ballungsgebiete findet sich zukünftig eine lohnende Ausbeute. Alles ist eine Frage der Weltmarktpreise für Metalle und zum Teil auch fossiler Brennstoffe. Knappheit der Ressourcen sorgt auch hier nun für ein ökonomisch motiviertes Receycling der Umweltsünden. Mülldeponien sind nun ja keine ökologischen Glanzleistungen, nur weil auf ihnen mittlerweile Bäume wachsen. In einer positiven Deutung, haben manche Städte unwissentlich vor Jahrzehnten eine Art Sparbuch eröffnet. Bei steigenden Preisen für seltenere Metalle kann man die Rendite einfahren. Sinken die Preise wieder – Klappe zu.


Urbanisierung ist sicherlich auch eine Geschichte der Mülldeponien. Der Begriff Urban Mining hat es schon zu einer eigenen deutschsprachigen Webseite gebracht: www.urban-mining.com. Dort findet man eine Verweis auf den Fachkongress für urbanen Umweltschutz. Neben der Förderung klassischer Rohstoffe geht es auch um die energetische Nutzung angefallener Biomasse. Innerhalb der Haldenberge zersetzen sich kontinuierlich biologische Abfälle deren Gase man gewinnen kann.

Urban Mining mindert defacto die Importabhängig hinsichtlich bestimmter metallischer, aber auch fossiler Rohstoffe. Alles was durch Receycling entstehen kann bessert die nationale Handelbilanz und schützt die Umwelt. Ein freiwilliger Verzicht auf Güter ist ja nicht in Sicht. Für die Städte kann das Verfahren auf zweierlei Weise noch ungeahnte finanzielle positive Effekte fördern. Entweder die Städte betreiben das Urban Mining in eigener Regie und schlagen aus dem Verkauf der gewonnen Stoffe und Gewinn, oder aber sie verpachten ihre Deponien unter lizenzierter Nutzung und kassieren sowohl Pacht als auch anfallende Gewinnsteuern und erzeugen neue Beschäftigung. Gold wird man nur in geringen Mengen im Elektronikschrott finden, aber auch andere Metalle sind ihr Geld wert. Urban Mining steht und fällt mit den Weltmarktpreisen. Alles spricht dafür, dass jetzt und in näherer Zukunft für den urbanen Bergbau die Zeiten gut stehen.
Alexander Venn, April 2010


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