Kurz notiert
Erste Stadt auf dem Mond – vielleicht schon 2022
Wenn ein Symposium den Titel „LunarBase – Bauen für ein Leben auf dem Mond“ trägt, dann geht es schon um eine konkrete Ideensammlung für die Urbanisierung des Mondes.
Das Wort Stadt mag ein wenig hoch gegriffen sein, eher ist es eine Forschungsstation, die bei Erfolg aber dennoch Charakteristiken einer echten Stadt aufweisen sollte.
Den ökologischen Footprint in ganz bestimmten Bereichen möglichst klein zu halten, muß schon aus Kostengründen und technischen Anforderungen oberstes Primat sein.
Der Transport von Menschen und den ersten Anfangsbauten zählt noch nicht dazu, Raketen sind hier unumgänglich, aber die Weiterentwicklung und der dauerhafte Betrieb der Mond-Stadt muss vor Ort geleistet werden können. Wichtig wird es sein, Möglichkeiten zu finden, die geologischen Vorkommnisse auf dem Mond zur Baustoffgewinnung einsetzen zu können. Dabei machen sich die Teilnehmer des Symposiums ganz konkrete Gedanken aus dem Bereich des Bauingenieurswesens und der Architektur. „Beton auf dem Mond“ und „Textilbeton – ein ressourcenschonender und multifunktionaler Werkstoff für vielseitige Anwendungen“ sowie „Anorganisch–organische Hybridbindemittel zur Herstellung lunarer Baustoffe“ sind wichtige Gedanken zur Verwirklichung einer Mond-Stadt. Weitere Gedanken machen sich die Wissenschaftler um Monderdbeben, regenerative Energieerzeugung, Wasser- und Stoffkreisläufe, sowie das nicht ganz unwichtige Thema: „Die lunare Kratergrößenverteilung und Einschlagschronologie“. Das Feld ist weit und die Teilnehmer sind hochkarätig. Die Institutionen wie die Technische Universität Kaiserslautern, das DLR „Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt“, die ESA „European Space Agency“, die NASA „National Aeronautics and Space Administration“ und das ESA-ESTEC „European Space Research and Technology Centre arbeiten also fleissig an einem Plan zur Urbanisierung des Mondes. Das Fernziel mag nun der Mars sein, doch ist es sinnvoll erst einmal vor der Haustüre zu beginnen.
Der direkt spürbare Vorteil des Forschungsprojektes für die erdnahe Volkswirtschaft und Gesellschaft liegt in seinen technischen Herausforderungen: Wenn die auch nur zum Teil gelöst werden, so wird einigen Elementen des erlangten technischen Fortschritts die Anwendung in der normalen Stadtplanung, Architektur und Argragwissenschaft der Erde sicher sein.
Die Mondbesiedelung dient nicht nur der Befriedigung von Nuegierde, Explorationswillen, sondern auch der allgemeinen Weiterentwicklung – in technischen Fragen der Nachhaltigkeit und Autarkie, sowie in diesem Fall der Konzeption von Städten, insbesondere von Städten in unwirtlichen Gegenden.
Alexander Venn, Mai 2009
Symposium Lunar Base Mai 2009
NASA – Mond und Mars
Pressemitteilung Uni-Kaiserslautern Mai 2009




