Kurz notiert
Städteblogs und Blog-Nachbarschaften in einer Stadt
Viele Städte haben ihre Blogs mit Regionalmeldungen, sie alle sind sehr unterschiedlich in Qualität und Quantität. Eine besondere Art der blogbasierten Nachbarschaftsförderung findet man in New York.
[Die Links führen zu den jeweiligen Blogs]
Städte-Blogs geben Einblick in das Leben einer Stadt und wie es von dem jeweiligen Blogger empfunden wird. Einzelne Städteblogs wie Berlin, Hamburg, Köln, München etc… gibt es für viele Städte. Danach gibt es die Stadtteilblogs wie z.B. Bremen-Vahr oder Berlin Reinickendorf. Oder man findet manchmal eine Seite, die über einige Blogs informiert, die es in der betreffenden Stadt gibt, hier als Beispiel die Hamburg-Blog-Übersicht.
Das Besondere bei Bloggern ist, dass sich hier Freiwillige finden, die mit Stolz oder Witz, aber auch mit hoher Kenntnis über ihre Stadt schreiben. Unter zu Hilfenahme der städtischen offiziellen Seiten kann man sich so ein um Meinungen und objektive Tatsachen angereichertes Bild über das regionale Leben machen. Angemerkt sei, dass auch offizielle Seiten ein gewisses Wirkungsziel haben. Wenn die Blogs gut gemacht sind und viele Leser oder besser aktive Kommentatoren haben, dann kann dies Einfluss auf die örtliche Stadtplanung und Stadtentwicklung haben. Insbesondere in Kleinstädten, die für die Tagespresse nicht relevant genug sind, aber doch eine gewisse Lebendigkeit aufweisen, kann ein engagierter Blogger durchaus den Informationsfluss unterstützen und manchmal auch ein wenig steuern - eine Frage der Autorität. Die jeweilige Färbung der Beiträge ist weniger ein Problem, man weiß, wer es geschrieben hat. Ob mit oder ohne Einfluss, es ist eine besondere Art der Regional-Nachrichten-Verteilung und -Darstellung und ein Zeichen von aktiver Bürgerbeteiligung.
Ein ganz anderes Beispiel für die Systematisierung von Stadt-Blogs zeigt New York Bloggers (nycbloggers.com), dort wurden bisher 6293 Blogs aus NY aufgeführt und in U-Bahn Linien und Haltestellen erfasst und eben nicht nach Thematik sortiert. So kann man sehen, wer in der Nachbarschaft über was schreibt. Je nach Thema ist es gut vorstellbar, dass hier auch Gegebenheiten aus der näheren Umgebung in die Berichte mit einfließen. Ferner können sich Menschen mit ähnlichen Interessen zusammentun und vielleicht auch Kooperationsgewinne erwirtschaften. Möglicherweise genügt es schon, dass der jeweils andere Blog in der Nachbarschaft gut gemacht ist und sich so ein Qualitätswettbewerb entzündet. Vielleicht entsteht auch ein Wettbewerb um die meisten Blogs pro Stadtteil: Aktuell sind in Manhattan 3159 und in Queens 852 Blogger auf der Karte eingezeichnet.
Regionale Blogs gibt es und es werden in Zukunft mehr sein. Das Beispiel von New York wird sicherlich Schule machen, denn auch bei Blogs gilt, dass es dort wie bei anderen Produkten auch mehre Möglichkeiten der Sortierung gibt, die reale Folgen haben werden. Sie sind Teil der „kreativen Stadt“ und somit ein wichtiges Element, über das sich viele Profis Gedanken machen werden.
Alexander Venn, August 2008




