Leitlinien
Großes Potential in der grünen U.S. Bauindustrie
Das Green Building Council schätzt die Lage in der U.S. Bauindustrie im Rahmen einer grünen Bauwirtschaft sehr positiv ein. Die Energie- und Umwelt-Lizensierung LEED erfreut sich reger Beteiligung.
Zur Beschreibung der umweltbezogenen aber zunehmend ökonomisch greifbaren unschönen Ausgangslage soll folgende Tabelle dienen:
| Verbrauchsgut | Verbrauchswerte | Quelle |
|---|---|---|
| Energie verbrauch | Gebäude verbrauchen 38,9% aller U.S. Primärenergien (einschliesslich Verbrauchs zur Erstellung) | Environmental Information Administration 2008 |
| In den USA verursachen Gebäude 38% des gesamten CO 2 Ausstoßes | Energy Information Administration 2008 | |
| Stromverbrauch | Gebäude verbrauchen 72% der U.S.-Stromerzeugung | Environmental Information Administration 2008 |
| Wasserverbrauch | U.S. Gebäude verbrauchen 13,6% des Trinkwassers | U.S. Geological Survey 2000 |
| Materialverbrauch | 40% aller weltweiten Rohmaterialen fliessen in den Gebäudebau | Lenssen Roodman in Worldwatchpaper 124 (1995) |
| Müll | Gebäudeaufbau und -Rückbau in den USA haben in einem Jahr geschätzte 136 Millionen Tonnen Müll verursacht | U.S. Environmental Protection Agency |
Ziel ist die Reduktion der in Gebäuden verwendeten Verbrauchs- und Erstellungsstoffe. Das U.S. Green Building Council ist mit 18.403 Mitgliedsorganisationen eine mächtige Institution geworden, die ein Netzwerk aus Industrie, Regierungsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen gebildet hat. Die Mitgliedszahl hat sich seit 2000 immerhin vervierfacht. Der von dieser Organisation in 2000 gelaunchte
LEED-Standart (Leaderschip in Energy and Environmental Design) erfreut sich steigender Beliebtheit, so konnten bis heute (Stand Februar 2009) 1.434 Projekte zertifiziert werden. Registriert sind aber schon 10.529. Den 77.434 “LEED Accredited Professionals” geht die Arbeit nicht aus, ganz gleich ob sie in der Zertifizierung arbeiten, oder den Architekten schon bei der Planung beraten oder sonstig in dem Bereich eingesetzt werden. 92.078 Menschen wurden in LEED-Fragen geschult. Dieser Standart scheint sich auch global durchzusetzen, immerhin ist er in 91 Ländern vertreten. Auch in Deutschland gibt es Gebäude, die die LEED-Zertifizierung beantragt haben.
LEED ist ein Verkaufsargument, das sowohl das grüne Gewissen anspricht, als auch klare ökonomische Relevanz hat: die jährlichen Verbrauchskosten sind niedriger, für Produktionsgebäude kann es relevant sein, weniger CO2-Verschmutzungsrechte kaufen zu müssen… Hinter der Akzeptanz von LEED steht in vielen Fällen klares betriebswirtschaftliches Denken.
In 2010 so schätzt das Bau- und Entwicklungsunternehmen McGraw Hill werden 10% der neuen gewerblichen Bauten dem grünen Bauen zugehörig sein. Ob nun alle LEED-zertifiziert sein werden, ist eine andere Frage. Nach MCGraw Hill wird sich das Volumen für Grünes Bauen bis 2013 verdoppeln. Hier lagen die Schätzungen noch bei $96-140 Milliarden in 2013. Die Finanzkrise mag diese Zahlen zwar beeinflussen, aber nicht deren Trend. Vielleicht verstärkt sie ihn sogar eher, wenn Substanz und langfristiger Werterhalt, sowie wirtschaftliche Nebenkostenabrechnungen die Ausgestaltung der Bautätigkeit bestimmen.
Es geht um einen Milliarden-Markt, der es der U.S. Wirtschaft ermöglicht, in Teilbereichen der grünen Wirtschaft eine Technologieführerschaft zu erlangen.
Alexander Venn, Februar 2009




