Masterpläne
Songdo will weiter gegen die Krise anbauen
Vom Reißbrett über Renderings bis zur baulichen Realisierung ist es ein weiter Weg. Stadtentwicklung von der Pike auf gibt Songdo die Chance, eine nachhaltige, attraktive und effiziente Musterstadt zu werden.
Songdo, nur knapp 50 km südwestlich von Seoul gelegen, wird Koreas neuer Internationaler Business Destrict in Form einer komplett neu designten Stadt.
Die Lage der neuen Retortenstadt ist nach Handelsgesichtspunkten gewählt. Sie liegt, durchs Meer getrennt, quasi gegenüber von China, zwischen Beijing und Shanghai. Süd-Korea ist ein Haupthandelspartner von China, der viertgrößte Importeur von chinesischen Waren und der drittgrößte Exporteur nach China. Die Stadt soll für nationale und internationale Firmen ein Tor zum Nord-Ostasiatischen Markt werden. Je nach Definition gibt es in dieser Wirtschaftsregion 60 Städte mit mehr als einer Million Einwohner und einem von den Entwicklern Gail International angegebenen Bruttosozialprodukt von 1,3 Bllionen $. Eine neue Stadt in einer global aufstrebenden Region.
Songdo ist strategisch gut gelegen, wird aber nicht nur ein simpler Business Destrict sein, sondern will sich als nachhaltige Stadt mit Wohnkomfort präsentieren können, die sowohl für das Geschäft als auch für die Einwohner und Besucher attraktiv ist. Die Stadt wird nicht irgendwo isoliert in eine Ecke des Landes gebaut, sondern per U-Bahn an Seoul angebunden sein. Sobald die Brücke fertiggestellt ist, erreicht man den Internationalen Flughafen Incheon innerhalb von 15 Minuten.
Die Stadt wird einige High-Lights zu bieten haben, so wird es in der Mitte den “Central Park” mit einer Größe von 100 acres, das sind etwa 40 ha, geben. An einem Ende wird die Stadtverwaltung angesiedelt sein und rund herum Geschäfte und Wohngebäude. In der Mitte verläuft eine Wasserlandschaft. Somit gibt es Wasser an vielen Ecken und eben auch an der Waterfront zum Meer hin.
Die internationale Schule und das internationale Krankenhaus zeigen, dass man unbedingt mit ausländischen Firmen rechnet, deren Mitarbeiter die ganze Familie mitbringen. Um die guten ausländischen Fachkräfte überreden zu können, in die koreanische Dependance ihrer Muttergesellschaft zu wechseln, ist ein gutes Umfeld zum Leben wichtig. Die Stadt ist mit relativ viel Grün geplant, etwa 40% der Stadtfläche wird Landschaft sein. – Das Golfareal darf da nicht fehlen. Erwartet werden 75.000 Einwohner und 300.000 Pendler, also eine nennenswerte Größenordnung, die hier arbeiten und leben soll.
Die Architektur der Büro- und Wohntürme, wie dem „International Plazza“ oder den „1st World Towers“ ist durchwegs modern und lädt zum genaueren Hinsehen ein.
Bisher sind viele Gebäude noch Renderings, aber die Bodenarbeiten sind voll im Gange. Der Park ist auf dem Webcam-Bild vom Oktober 2008 in seinen Umrissen und in der Struktur schon zu erkennen. Andere Objekte wie das Convention Center oder die 1st World Towers stehen schon, und sie sehen aus, als werden sie dieses Jahr noch voll funktionsfähig sein. Die Webcams zeigen die Großbaustelle in Bewegung.
Es ist natürlich die Frage, wie es mit der Stadt in der aktuellen Wirtschaftskrise weitergeht, Korea ist da keine Ausnahme. Das Planungsbüro Gale International macht auf jeden Fall Mut, und veröffentlichte im Januar 2009 diverse Letters. Wie bei all diesen großen Projekten ist die Frage, wie viel schon investiert wurde und ob sich die Investitionen in vielfältiger Weise rechnen werden und ob sie helfen werden, neue Märkte zu erschließen. Schwierig ist im Moment, die ausländischen Investoren zu halten. Regionalpolitisch kann es dagegen sinnvoll sein, gegen die Krise anzubauen. Staatlich finanzierte investive Konjunkturpakete sind momentan hoch im Kurs. Solange die Baustelle nachts gut beleuchtet ist, passiert was, das ist der Fall. 2014 soll das Projekt abgeschlossen sein.
Alexander Venn, Januar 2009
Songdo Homepage
New Songdo City Video auf youtube.com



