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Youngstown – kontrolliertes Schrumpfen als Chance für eine neue Prosperität!

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Friday, 18 . May . 2012 | KW20

Masterpläne

Youngstown – kontrolliertes Schrumpfen als Chance für eine neue Prosperität!


Ein Bürgermeister geht in die Offensive. Der Anfang ist das Akzeptieren des Status Quos. Durch intensiven Dialog mit den Bewohnern, Eigentümern von Brachflächen und einer aktiven Stadtverwaltung soll am Ende eine kleine Perle stehen, die wieder wachsen kann.

Youngstown, Ohio, USA - konnte sich bis 1950 als reiche und immerzu wachsende Stadt mit 168.000 Einwohnern als ein Zentrum der Stahlindustrie glücklich fühlen. Heute zählt die Stadt nur noch 80.000 Einwohner., Von fünf Stahlbetrieben blieb einer übrig. Die letzten Jahrzehnte wurde weiterhin auf Wachstum gesetzt. Neue Flächen für Betriebsansiedlungen wurden freigegeben, es kamen auch welche, doch die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb weit hinter den Erwartungen zurück. In der Folge ist das ganze Gebiet über die Jahrzehnte übersät „dotted“ mit aufgegebenen Gebäuden und Brachflächen.
Nun hat die Stadt einen neuen Weg eingeschlagen - Das Unausweichliche wird akzeptiert und dient als Grundlage für das Arbeiten an einer realisierbaren Vision:
Die Stadtverwaltung unternimmt in sehr engem Dialog mit ihren Bewohnern große Anstrengungen Youngstown auf eine der Einwohnerzahl entsprechenden Größe zu reduzieren. Das Gesamte Stadtgebiet bleibt in der Flächenausdehnung erhalten, nur wird es komplett umstrukturiert. Das Gebiet ist in 127 Nachbarschaftsgebiete unterteilt: Die Anwohner, ansässige Betriebe und die Stadtverwaltungen erarbeiten gemeinsam Wege aus der Abwärtsspirale. Aufgegebene Gebäude, wie 1000 Häuser, einige 100 Geschäfte, Schulen und andere infrastrukturelle Einrichtungen werden auf Kosten der Stadt und wenn möglich mit Hilfe der ehemaligen Eigentümer abgerissen. Die Anwohner können verwahrloste Nachbargrundstücke günstig erwerben, wenn sie sie gestalten, bepflanzen und somit optisch aufwerten. Straßen in denen vorher viele bewohnte Häuser standen, heute aber kaum mehr Anwohner anzutreffen sind, werden nicht mehr von der Stadt unterhalten, vielmehr werden sie zum Teil in Spazierwege umgewandelt oder einfach zurückgebaut. Die Bewohner müssen umziehen oder die Infrastrukturkosten selbst tragen. Ziel ist es, „gute“ Nachbarschaftsviertel mit netten Parks, funktionierenden Schulen, ohne verfallene Häuser oder Industriebrachen entstehen zu lassen. „Clean and Green“ ist das Credo. Überall in der Stadt werden Grünflächen entstehen, die Bewohner sollen sich wohlfühlen, aber auch wirklich verstehen, dass sich ihre Stadt verändert. Einer neuen Vision mit Tatkraft zu folgen, ist viel schwieriger als über den eigenen Verfall zu lamentieren - Vor diesem Problem sieht sich der 35 jährige Bürgermeister von Youngstown. Es sei absolut unamerikanisch über Schrumpfung als eine sinnvolle Strategie zu reden, sofortiges Wachstum ist die einzig anerkannte Lösung. Dennoch war es eine seiner ersten Amtshandlungen Überschüsse der Stadtverwaltung für Abrissarbeiten freizugeben. Wenn im Jahre 2005 das städtische Jahres-Budget für Abrissarbeiten gerademal $320.000 betrug, so sind es dieses Jahr (2007) immerhin schon $1,5 Mio.
Alexander Venn

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