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The Endless City – Rezension über ein Fachbuch zur urbanen Zukunft

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Sunday, 05 . Feb . 2012 | KW05

Rezensionen

The Endless City – Rezension über ein Fachbuch zur urbanen Zukunft


Das urbane Zeitalter wurde von der London School of Economics und der Deutschen Bank Alfred Herrhausen Stiftung untersucht. Die Statistiken und Analysen zur Stadtentwicklung bis heute und in die Zukunft hinein werden sehr anschaulich dargestellt.

Die städtische Welt hat sich seit 1900 sehr gewandelt und die Veränderungen schreiten fort. Wohnten 1900 nur 10% aller Menschen in Städten, sind es heute schon 50%. Aller Voraussicht nach werden es 2050 75% sein – weltweit. Um alle diese Menschen aufnehmen zu können, mussten und müssen sich die bestehenden Städte fortwährend verändern, genauso wie ganz neue Agglomerationen entstanden und noch entstehen werden. Nicht nur, aber ganz detailliert geht das Werk auf die Städte New York City, Shanghai, London, Mexico City, Johannesburg und Berlin ein. Zu Begin einer jeden Stadtanalyse werden ganz spezifische Zahlen und Verhältnisse genannt:
So waren in New York 1964 noch 29% der Beschäftigten im industriellen Sektor tätig, 1980 hingegen nur noch 20% und 2005 ganze 4%. In Herzen Shanghais leben 26.000 Menschen pro km² in London sind es „nur“ 4.800. Alleine die Stadt London erwirtschaftet 18% des britischen Bruttoinlandsproduktes. 500.000 Kameras sollen für die urbane Sicherheit sorgen. In Mexico City lebten um 1900 gerade einmal 400.000 Menschen, im Jahre 2000 waren schon 19 Millionen. In Johannesburg herrscht eine Arbeitslosenrate von 31%, das ist ein Anstieg von 65% zwischen 1996 und 2001. Es gibt alleine 600 bewachte Siedlungen mit 1.100 Checkpoints. In Berlin entstanden zwischen 1953 und 2001 56% aller Bauten. Durch diese in weiten Teile neue Stadt mit imposanten Altbauten werden heute jeden Tag 1,1 Millionen Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportiert.
Diese Zahlen sind nur ein winziger Auszug, doch sie deuten schon an, dass jede Stadt ihre eigene Geschichte hat und demzufolge auch ihre ganz eigenen Probleme und Chancen. Die Zahlen sind wichtige Indikatoren, doch weitaus umfassender ist die anknüpfende Analyse der Städte mit farblich abgestuftem Kartenmaterial, Überblicks- und Szenenfotografien. Die Texte sind sehr gut lesbar und informativ. Es ist also kein trockenes Wissenschaftswerk für einen kleinen Kreis Eingeweihter. Vielmehr ist es gut lesbar für alle, die sich für die urbane Zukunft interessieren.
Auf den nächsten 200 Seiten werden einige Themenfelder aufgegriffen, die für die Stadtentwicklung im Allgemeinen gelten. Die Themen reichen von der Frage nach einer ökologisch korrekten Urbanität, über das Wesen und die Zukunft des Hochhausbaus bis zur Straßenkultur.
Insgesamt bietet das 500 Seiten starke Werk sowohl fundierte abgeschlossene Artikel, also auch problemorientiertes Kartenmaterial und eine gute empirische Fundierung. Das Buch ist ein Ideengeber zum wissenschaftlichen Arbeiten, lädt aber auch immer wieder zum erstaunten Querlesen ein.
Die Editoren sind: Ricky Burdett, Prof. für Architektur und Urbanismus an der London School of Economics und Direktor des Urban Age Projektes. Deyan Sudjic ist Direktor des Design Museums in London und war vorher Dekan an der Fakultät für Kunst, Design und Archtektur an der Kingston University. Das Urban Age Projekt wird von der London School of Economics und der Deutsche Bank Alfred Herrhausen Society organisiert und beschäftigt sich mit der Zukunft der Städte in einem internationalen Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Veröffentlicht wurde das Buch 2007 im Phaidon – Verlag.

Alexander Venn, September 2008


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