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Anreize zur Nachhaltigkeit von Metropolen sind messbar

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Saturday, 31 . Jul . 2010 | KW30

Stadtentwicklung

Anreize zur Nachhaltigkeit von Metropolen sind messbar


Das „Sustainable Ranking“ von SustainLane.com ist ein Nachhaltigkeits-Ranking der 50 größten Städte in den USA. Es lässt auf deutliche Unterschiede in der kommunalen Wahrnehmung und Präferenzordnung von Umweltbelastungen hindeuten.

Zum Verständnis der Graphik unten, seien noch einige Anmerkungen gestatttet: Mit einer sehr starken Gewichtung ist der begriff „City Commuting“, also insbesondere die Möglichkeiten zur Arbeit zu gelangen, in die Statistik eingegangen. Schlechte Werte in diesem Merkmal sind ein Zeichen von großer Stauhäufigkeit, demzufolge von erhöhter Emissionsbelastung. Das führt sowohl zu höhermen Ölverbrauch, als auch zu erhöhten Gesundheitskosten z.B. wegen Erkrankung der Atemwege. Weitere Kosten sind eine verminderte Arbeitszeit, höhere Benzinkosten, erhöhter Streßfaktor und einiges mehr. Insgesamt wurden 15 Kriterien zur Bewertung einer Metropole herangezogen:
1.City Commuting: Pendlerverkehr, insbesondere zur Arbeit
2.Metro Public Transit: U-Bahn-Linien, die Frage nach einem guten öffentlichen Verkehrsnetz
3.Metro Congestion: U-Bahn Überfüllung, eine zu geringe Auslastungsgrade bedeuten Energieverschwendung, Überfüllung hingegen bringt den Verkehr auf die Straße
4.Air Quality: Luftqualität
5.Tap Water Quality: Leitungswasserqualität
6.Solid Waste Diversion: Müllbeseitigung, gemeint sind umweltschonende Verfahren
7.Planing / Land use: Stadtplanung, gibt es Grünflächen und Parks oder ufert die Stadt nur aus und zersiedelt die Landschaft
8.City Innovations: Stadtinnovationen, gibt es care sharing, kommunale Anreize zur Errichtung von nachhaltigen Gebäuden…?
9.Housing Affordibility: preiswerte Mieten, höhere Mieten haben einen hohen Pendlerverkehr zur Folge
10.Natural Disaster Risk: Naturgewalten Risiko, gibt es Katastrophenschutzpläne und das nötige Zubehör?
11.Energy / Climate Change Policy: Energie/Klimapolitik, sind feste Zielvorgaben für den Anteil erneuerbarer Energie in der Stadtplanung integriert?
12.Local Food and Agriculture: Landwirtschaft, wenig örtliche Landwirtschaft bedeutet mehr Import und somit höheren Transport-Energieverbrauch, der ökologische footprint der Stadt erhöht sich
13.Green Economy: Grüne Wirtschaft, eine Frage von zukunftssicheren Arbeitsplätzen und Erhöhung des „grünen“ Warenangebots in der Region, dabei geht sowohl um Konsumgüter, also auch technische Investitionsgüter
14.Knowledge Base: Wissen, welches Wissen über Nachhaltigkeit ist in der Stadtverwaltung vorzufinden, welche Pläne dazu sind in Arbeit?
15.LEED (Green) Buildings: Grüne Bauten, wie viele Häuser haben einen bestimmten Standard und somit eine Art Siegel (LEED = Leader in Energy and Environmental Design) z.B. hinsichtlich der Energieeffizienz, oder CO² Verminderung durch Dachbegrünung..?

Nachhaltige Stadt
Die Graphik wurde von City Innovations Review erstellt, die Grunddaten stammen von SustainLane. Die Graphik stellt einen polarisierenden Auszug des oberen und unteren Rankings dar.

Große Defizite im U-Bahn- und Buslinien- Verkehr sind in Oklahoma und Las Vegas zu verzeichnen. Das korrespondiert offenbar mit einer sehr hohen Zahl von Pendlern, die zur Arbeit müssen. Die Erkenntnisse aus den Daten lassen durchaus den Schluss zu, dass ein geringes Wissen über die Nachhaltigkeitsdebatte in der betroffenen Region zu größeren Umweltunverträglichkeiten führt. Nur dort wo dieses Wissen vorhanden ist, kann und will die Kommunalregierung auch Anreize schaffen, grüne Technologie zu etablieren. New York ist offenbar fleißig daran, die Probleme anzugehen, doch die Luftqualität lässt durchaus noch zu wünschen übrig. New York widerlegt auch die These, dass ein hoher Mietpreis zu mehr Autoverkehr führt, aber auch deshalb, weil offenbar der öffentliche Nahverkehr trotz einer gewissen Überfüllung gut genug ausgebaut ist und die Stadt eine sehr hohe Wohndichte aufweist. In Gegenden mit hoher Wohndichte ist der tägliche Bedarf zumeist nebenan zu erstehen. Den Autoren von stainlane.com zufolge ist New York aber nicht unbedingt typisch für die USA.

Bemerkenswert an dieser Studie ist, dass man versucht empirisch die Aktivitäten oder eben Unterlassungen von Stadtentwicklern, Stadtplanern, der gesamten Stadtverwaltung und regional Verantwortlichen zu messen. Spannend ist der Vergleich mit den anderen US-Metropolen.
Jede Stadt kann einzeln aufgerufen werden. Alle Städte können nach einem bestimmten Merkmal gerankt werden. Viel Spaß beim stöbern.
P.S. Die Veröffentlichten Daten stammen aus 2006, was aber mit der Realität in den meisten Fällen noch konform sein dürfte.

Alexander Venn im Mai 2008

Homepage von SustainLane


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