Stadtentwicklung
Grünste Stadt Europas könnte eine deutsche Stadt sein
Von 40 europäischen Städten, die sich um das Label „Grüne Hauptsadt Europas“ beworben haben, zählen immerhin 3 deutsche Städte, die es unter die ersten 8 geschafft haben. Der Sieger wird am 23. Februar 2009 gekürt. Der Wettbewerb schafft zahlreiche Anreize für eine nachhaltige Stadtentwicklung.
Die Europäische Kommission wird künftig jährlich die Auszeichnung „Grüne Hauptstadt Europas“ an eine Stadt mit über 200.000 Einwohnern vergeben.
Die Kommission erreicht mit diesem Wettbewerben, dass sich die Städte selbst Gedanken darüber machen, wie sie einen angenehmen und umweltgerechten urbanen Raum schaffen. Weil die Kommission hier nicht allen Städten vorschreibt, was sie zu tun haben, sondern Anreize zur freiwilligen Nachhaltigkeit schafft, verbessert sich die Kommunikation zwischen den Kommunalverwaltungen und der Kommission. Labels sind Marketinginstrumente mit denen sich Städte schmücken können. Es sind aber auch Auszeichnungen für real geleistete Arbeiten. Den Ehrentitel „Grüne Hauptstadt Europas“ darf der Gewinner ein Jahr lang führen, inklusive aller bereitstehenden Werbemittel.
Die Erfolge der kommunalen Aktivitäten sind teilweise direkt spürbar, die Bürger werden das zu würdigen wissen. Für die Stadt können sich langfristig noch ganz andere Vorteile, als die aktuelle Lärmminderung oder die spürbar bessere Luftqualität ergeben. Immerhin wissen dann einige, auf europäischer Ebene maßgebende Institutionen: „Die können das!“ In der Folge können sie anderen Städten helfen, sich bei den Gewinnern oder auch schon bei den nominierten Städten zu erkundigen, wie man seine Stadt grüner gestaltet. Davon wiederum kann die lokale Wirtschaft der nominierten Städte profitieren, indem sie berät oder Know-how, vielleicht sogar ganz konkrete Güter exportiert. Der Markt für grüne Produkte, Technologien und Dienstleistungen ist noch in der Wachstumsphase. Das spannende sind sowohl die direkten Wachstumsimpulse, die sich durch die Bewerbung ergeben, als auch das langfristige Netzwerk der tatsächlichen und potentiellen „Grünen Hauptstädte“. Weil es sich um ein alljährlich wiederholendes Event handelt, wird es sich um eine offenes und stets wachsendes Netzwerk handelt. Den besten Überblick über die möglichen Lösungen zur nachhaltigen Stadtentwicklung werden die Juroren haben, die die gewonnenen Erkenntnisse sachkundig weitergeben können. Der Netzwerkeffekt ist eben dadurch definiert, dass er mehr ist als nur die Summe seiner Einzelteile.
Die Kommission hat 10 Nachhaltigkeitsindikatoren erarbeitet, die für eine ökologische Stadtentwicklung maßgebend sind:
1. Lokaler Beitrag zum globalen Klimawandel
2. Lokales Verkehrswesen
3. Verfügbarkeit öffentlicher Grünflächen
4. Lokale Luftqualität
5. Lärmbelastung
6. Abfallerzeugung und –bewirtschaftung
7. Wasserverbrauch
8. Abwasserbehandlung
9. Umweltmanagement kommunaler Behörden
10. Nachhaltige Landnutzung
Die Juroren werden von folgenden Institutionen gestellt:
1. Europäische Kommisssion
2. Europäische Umweltagentur (EUA)
3. ICLE – internationaler Rat für lokale Umweltinitiativen
4. Europäischer Verband für Verkehr und Umwelt (T&E)
5. Vereinigung der Hauptstädte der Europäischen Union (UCUE)
6. Ausschuß der Regionen
Folgende Städte haben es in die engere Auswahl geschafft:
“Eight cities have been shortlisted for the 2010 and 2011 awards: Amsterdam, Bristol, Copenhagen, Freiburg im Breisgau, Hamburg, Münster, Oslo and Stockholm.” European Green Capital 28. Januar 2009
Auf den 23.Februar 2009 darf man gespannt sein, aber noch viel mehr auf das Wachsen und die langfristige Durchsetzung des grünen Stadtentwicklungsnetzwerkes.
Alexander Venn, Februar 2009
Nachtrag: Der Gewinner steht fest: Lesen Sie Teil II
„European Green Capital“ Homepage
Video zum Wettbewerb „European Green Capital“





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