Stadtentwicklung
Pittsburgh kann 4 Mio.$ durch LED Straßenbeleuchtung einsparen.
Pittsburgh, Pennsylvania, USA: Das Prädikat „America’s most livable city” verpflichtet. Die 60Mio.US$ teure Restauration von Parks war der Auftakt zum ambitionierten Klima-Aktions-Plan 2008: LED sorgt für effiziente Stadtbeleuchtung – ein Beispiel.
Mit einer Marke kann man werben, neue Investitionsanreize schaffen und Kosten einsparen. Die Restaurierung der Parks ist wesentlich für das Wohlfühlen, den Tourismus und den Erhalt des Labels, interessant ist aber, dass damit nicht Schluss ist in Sachen nachhaltiger Stadtentwicklung, sondern die Umstrukturierung der Stadt gerade erst anfängt.
Der „Climate Action Plan“ wurde von Pittsburghs eigens dafür gegründeter „Green Government Task Force of Pittsburgh“ auf den Weg gebracht. Der Plan umfasst mit seinen 150 Seiten eine Vielzahl von Punkten. Die Hauptthemen sind: Energie, Müllentsorgung und Recycling, Verkehrswesen, umweltfreundliche Bauten „Green Buildings“ bei Instituten der höheren Bildung, Ausbildung von Studenten im Umweltwesen und Allgemeines. Bis 2023 sollen so 20% weniger CO² emmitiert werden. Überzeugungsarbeit haben aber auch hier vermutlich ökonomische Argumente geliefert.
Als Beispiel sei hier die breite Einführung von LED Leuchten zur Staßenbeleuchtung (88%) und Signalschaltung (12%) genannt, da diese fast die Hälfte der Energiekosten der Stadtverwaltung verschlingen, das waren im Jahr 2003 etwa 3,2 von insgesamt 7,4 Mio. US$.
Hintergrund des gesamten Papiers: Es gibt neben der Stadtverwaltung in Pittsburgh noch folgende öffentliche Bereiche: Die Housing Authority, also alles, was mit anderen Gebäuden zu tun hat, schlägt mit Wärme-Energiekosten von 6 Mio. US$ zu Buche. Der Wasser und Abwasserbereich mit 3,2 Mio. US$, die Urban Redevelopment Authority und Parking Authority liegen zusammen unter 1 Mio. US$. Es gibt also noch genug Handlungsmöglichkeiten die Energieeffizienz zu steigern.
Die Straßenbeleuchtung und Signalschaltung bleibt in der Stadtverwaltung weiterhin der 50% Block im CO² Bereich mit knapp 40.000 Tonnen und eben auch hinsichtlich der Energiekosten. Allein schon 15% der Ampeln auf LED umzustellen erbringt laut dem Papier schon eine jährliche Energiekostenersparnis von 68.000 US$. Die Stadt wird ein Pilotprojekt mit Niedrigenergie-Signalschaltungen, die mit einem Solarpanel ausgestattet werden, noch 2008 starten. Vorteile sind die Folgekosten von nahezu Null und die Sicherheit, dass die Ampeln auch dann funktionieren, wenn mal der Strom ausfällt. Ein Abschalten der Ampeln am Sonntagnachmittag oder abends erübrigt sich. Über die Jahre werden sich nach Plan die hohen Investitionskosten amortisieren. Auch kleine Lösungen werden mitbedacht. So verursacht allein ein herkömmlich beleuchtetes Exit-Schild in städtischen Gebäuden im Jahr 35$ Stromkosten, diese können mit LED auf 2,50$ gesenkt werden so könnten für die 30 Schilder im städtischen Haupthaus 8.817 kWh eingespart werden. Hinzu kommen noch die Unterhaltskosten, die sich aus der Haltbarkeit der Lampen ergeben: 15 Jahre für LED und 6 Monate für herkömmliche Glühlampen.
In Pittsburgh brennen 39.709 Straßenlampen, die 2.288.664 kWh Strom verbrauchen. Mit moderner LED Technologie und Leuchtkraftsteuerung ließen sich etwa 50% des Stroms einsparen und somit auch ein wesentlicher Beitrag zur CO² Reduktion leisten. Die Stadt Ann Arbor in Michigan hat ausgerechnet, dass sich nach dem Großversuch mit LED-Straßenlampen pro Lampe durch Stromeinsparungen und geringeren Instandhaltungsarbeiten 100$ im Jahr einsparen ließen. Bei Pittsburghs 40.000 Straßenlampen wären das immerhin 4 Mio. US$ jedes Jahr, ohne auf Sicherheit verzichtet zu müssen.
Dies war nur ein Beispiel aus dem ambitionierten Plan, der ganz konkrete Handlungsempfehlungen formuliert hat und nicht nur ein Lippenbekenntnis darstellt. Wichtig sind Zahlen, die zeigen, dass Umweltschutz nicht nur CO² einspart sondern ein ökonomisch sinnvolles Verhalten darstellt. Die Kosteneinsparungen sind innerhalb der jeweiligen Legislaturperiode spürbar, auch wenn die Amortisation länger dauert. Derzeit werden die ausgerechneten Amortisationszeiten schneller erreicht als kalkuliert, da die Energiepreise weiterhin steigen und nicht immer moderat.
Der Climate Action Plan ist ein Zeichen dafür, dass man das Bäumepflanzen und die Renaturierung nicht als öffentlichkeitswirksame Einzelmaßnahmen sieht, sondern das Ganze in ein Umweltkonzept eingebunden hat. Wenn man die ökonomischen Kennzahlen publik macht, so wird Pittsburgh sicherlich einige „Beratungsaufträge“ von anderen Städten erhalten.
Alexander Venn, August 2008




Warum müssen uns eigentlich die Amerikaner erst vormachen, wie es geht? Die LED-Lichttechnik ist auch bei uns verfügbar, das Potential zur Kosten- und Schadstoffreduktion ist enorm, aber bei uns fließen weiterhin als “Umweltprämie” getarnte Milliardensubventionen in veraltete PKW-Technik .