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Stadtentwicklung Berlin Tempelhof - Der Berg

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Friday, 10 . Feb . 2012 | KW06

Stadtentwicklung

Stadtentwicklung Berlin Tempelhof - Der Berg


Der Flughafen Tempelhof braucht ein neues Nutzungskonzept. Die Vorschläge überschlagen sich, doch eine Vision ist wohl die spannendste, wenngleich deren Umsetzung nicht gerade die wahrscheinlichste Stadtentwicklungsoption darstellt. Ein künstlicher Berg mitten in der City, umgeben von flachem Land. Konzentrisch, von innen nach außen, also Berg - Stadt - Land.

Eine “Berliner Zugspitze” wäre durchaus eine interessante optische, aber auch langfristig ökonomische Bereicherung für die Stadt. Das Angebot der Stadt würde schlagartig um ein Vielfaches erweitert werden. Schließlich ist es die Aufgabe von Städten ihren Bewohnern und Besuchern immerzu ein attraktives Angebot unterbreiten zu können.
berg_berlin_tempelhof1 Tourismus in der neuen Berliner Berglandschaft
Wozu sollen die Berliner allesamt in den Ferien Abwandern müssen, wenn doch der ein oder andere in direkter Nähe seinen Höhen-wander- und Kletteraktivitäten frönen könnte. Insbesondere für das Wochenende wäre der Fahrtaufwand minimiert, zumal es möglich wäre putzige Almhütten in den “Berliner Alpen” zu imitieren, inklusive der beliebten Mehrfachschlafsäle. Alles Fake? - nun, künstlicher Bagger-Seen sind auch nicht gerade natürlichen Ursprungs. Die Beliebte Lüneburger Heide ist nur entstanden, weil man im Mittelalter für die Salzherstellung eine Unmenge Feuerholz benötigte. Gestern Wald - Heute heile Heide - ein unwahres, aber dennoch, Naturprodukt.

Windpark auf dem Berliner Höhenzug
Winde wehen in den Höhen besonders kräftig, so sollte es auch auf dem Berggipfel sein. Warum nicht mehrfach nutzen, was man mühevoll erschaffen hat. Der City-Berg würde eine ganze Reihe nachhaltiger energetischer Nutzungen ermöglichen. Die Windkaftanlage könnte gigantische Ausmaße annehmen, da man den notwendigerweise stabilen Sockel von Anfang an in den Bebauungsplan einarbeiten könnte. Da es ohnehin einen Wettlauf um das größte und effizienteste Windrad gibt, könnte man hier richtige Forschungsarbeit leisten.
Der Südhang kann in Terassenbauweise so angelegt werden, dass sowohl Wein, als Sonnenstrom abwechselnd hergestellt werden kann. Zur Berliner Weiße den Berliner Rothschild. Wenn die Nutzung der Hänge vorab bekannt ist, wird es sicherlich möglich sein die Fotovoltaikanlagen so aufzustellen, dass unter ihnen noch Gras wächst. Ein Freigelände für die Hasenzucht und weiter oben für echte Berliner Zicklein.

Wildpark und Wildfleisch ganz natürlich
Die nicht ganz so sonnigen Hänge bleiben dennoch nicht völlig unbewachsen zum Teil sogar kräftig bewaldet. Ein doch recht großes Gebiet mit vielen Höhlen, Vorsprüngen und rauen Felsen. Ein bergiger Freiwildpark lässt das Herz der Tieraffinen Zoobesucher höher schlagen. Das Tier in seiner “natürlichen” Umgebung ist eben doch etwas anderes als in engen Gehegen, auch wenn man mehr laufen muss, um den perfekten Blick erhaschen zu können.
Ist die tierische Population stark genug angewachsen, dann gibt es Berliner Wildschwein im Berg-Restaurant-Bellevue. Lässt man die Fauna abgesehen von Wanderern in begrenzter Zahl sich ungeordnet, nicht optimiert weiter entwickeln, so wird dies der Biodiversität sehr zu gute kommen. In Teilen sollte der neue Berg ganz in Ruhe gelassen werden, so entstehen Biotope auf engstem Raum und in allen Höhenlagen - abhängig von der Höhe des Berges.

Berliner Trinkwasser “Bergquelle”Zur Generierung touristischer Einnahmen würde ein Aufhäufung von mehr oder weniger selektiertem Bauschutt sicherlich genügen, das Wasser, das unten herauskommt kann man dann direkt in die Kläranlage abführen. Man kann die Nutzung von Frischem, Reinen Bergwasser allerdings auch gleich in das Nutzungskonzept einbauen - Der Berg sollte demnach direkt aus den natürlichen Erden und Steinen in loser Formation zusammengesetzt werden. Vielleicht sogar ein paar mehr Mineralsteine als im natürlichen Durchschnitt. Ein solcher Berg kann ein riesiger Wasserlieferant sein - indem das Regenwasser vom Zeitpunkt der Erstellung des Berges an, die gewünschten Mineralstoffe kostenlos hinzufügt. Wer weiß, vielleicht lässt sich im Berg selbst eine Vielzahl von Miniturbine zur Stromerzeugung einsetzen. Patente dafür existieren beispielsweise schon für innerstädtische Abwassersysteme mit Gefälle. Nachdem das sehr mineralhaltige Wasser den Strom generiert hat, kann es von den sportiven Berlinern getrunken werden, die dann mittels Hometrainer wiederum Energie ins öffentliche Netz einspeisen.

Berliner Skipiste - Winterwirtschaft
Ist der Berg hoch genug, dann liegt auch Schnee. Manche Skigebiete in Deutschland beginnen schon bei 600 Metern, das sollte doch wohl erreichbar sein. Damit käme für Berlin neben dem Touristenreichen Sommer, noch ein gut besuchter Winter als neue Einnahmequelle hinzu. Doch sind es nicht nur die Umsätze aus Hotel- und Gastronomie, die steigen würden. Skiverleiher, Skihändler, Wintersportausrüster womöglich Sesselliftbetreiber und die obligatorischen Après-Ski Events sind alles neue Einzelwirtschaftliche Zweige, die sich neu in der Stadt ansiedeln würden. Die Berliner Stadtplaner stünden vor ungeahnten Aufgaben.

Forschung mit Terraforming ist voll im Trend
Ob nun künstliche Inseln um Dubai, oder neue Seenlandschaften in Brandenburg. Terraforming ist ein neuer Geschäftszweig der nicht nur Tourismusmaximierung im Blick hat. Immerhin sucht man auch nach Lösungen öde-gerodete Gegenden wieder aufzuforsten - schlicht das was Generationen zerstört haben, wieder zu renaturieren. Es muss dabei nicht unbedingt der Urzustand wieder hergestellt werden. Oftmals ist es auch unmöglich. Das große Ziel, die Erde wieder mit ein bisschen mehr Flora und Fauna zu bedecken ist ein gutes Ziel. Es ist auch hier immer die Frage, ob man am Ende mehr Gutes als Schlechtes tut. Tatsache ist: Die Bedrohung durch den Klimawandel ist nur einer von vielen Anreizen, Bewegung in die von erschaffene Nachhaltigkeit zu bringen. Wenn sich mit der Erschaffung von Natur Geld verdienen lässt, dann finden sich noch mehr Investoren bereit - eine nachhaltige Stadtplanung mit nennenswerten Summen zu unterstützen - Tempelhof als Naturparadies mit Terrforming-Forschungsexzellenz - Ein Stadtteil im Wandel.
Alexander Venn, Oktober 2009


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