Stadtentwicklung
Wohnimmobilien in Uni-Städten sind wertbeständige Anlagen
Wohnimmobilien zu kaufen, ist immer eine Option, doch gerade in konjunkturellen Krisen einer besonderen Überlegung wert. Die Frage ist nur, welche Städte und Stadtviertel eignen sich für eine langfristige Anlagestrategie besser als andere.
Es gibt viele Faktoren, die die Wertsteigerungen und Renditeerwartungen von Immobilien beeinflussen. Eine gute Wertentwicklung mit hohen Mieteinnahmen lassen sich üblicherweise in den Städten Hamburg und München finden. Jedes Jahr aufs Neue treffen hier knapper Wohnraum und hohe urbane Attraktivität aufeinander – mit der Folge von steigenden Preisen. Diese üblichen Verdächtigen haben nun auch eine Universität, doch Uni-Städte werden nach einer Studie von DB-Research mit einem Bevölkerungsanteil von 15% angegeben. Dennoch gilt, dass auch einzelne Großstadtquartiere unterschiedliche Preisentwicklungen und Konjunkturabhängigkeiten aufweisen.
Uni-Nähe versus Nähe zu industriellen Komplexen ist das Thema
In konjunkturellen Schieflagen können Hauptsitze von Unternehmen oder große Produktionsstandorte recht schnell geschlossen werden. Ein Verfall der Preise ist dann nur noch schwer zu stoppen. Die Uni-Städte und -Quartiere sind jedoch relativ konjunkturunabhängig, die Lehre wird auch oder gerade in der Krise weitergeführt. Uni-Jobs sind vergleichsweise sichere Jobs, Ausnahmen gibt es immer wie Privat-Unis, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenn große Sponsoren keine Rendite mehr erwirtschaften, oder wenn nach 60 Jahren beschlossen wird, einen ganzen Uni-Komplex mit tausenden von Studierenden, mitsamt der Infrastruktur in einen ganz anderen Stadtteil zu verlegen. Das aber sind Randerscheinungen. Universitäten haben in der Regel bestand. Nicht selten haben die Studenten ihre Stadt lieb gewonnen und versuchen, auch in der Nähe eine Job zu bekommen. Wenn es gelingt, dann gehören sie zudem oft zu den eher besser verdienenden.
Modernes Stadtleben
Uni-Viertel oder kleine Uni-Städte sind quirlig, daher nicht nur für Studenten und Absolventen attraktiv, sondern für alle, die ein solches Leben außerhalb der Arbeit spüren wollen. Diese Lebensform passt zur gesellschaftlichen Umgestaltung hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft besser als ein Leben in typischen Industriestädten. Wenn so möchte, sind diese Städte und Quartiere eher zukunftsorientiert.
Laut der DB-Research Studie sind Marburg, Heidelberg, Trier, Würzburg und Münster unter den 20 untersuchten Städten die klaren Gewinner in Punkto Wertentwicklung.
Der Faktor Uni-Städte, bzw. –Viertel ist ein Faktor für den risikoaversen Immobilien-Anleger im gesamten Pool seiner entscheidungsrelevanten Faktoren. Doch Knappheit im Angebot und Dauerhaftigkeit von Jobs und Infrastrukturen gibt es nicht nur in Uni-Städten, -Vierteln.
Ganz selten kann aber auch mal das Hauptstadtlabel verschwinden, doch die Uni bleibt.
Alexander Venn 2009
Deutsche Bank Research – Welche Wohnungsmärkte trotzen der Krise?




