Rankings Stadtfakten
London führt das Städteranking der Wirtschaftszentren der Welt an
Frankfurt belegt den 8. Rang unter den weltweit wichtigsten Wirtschaftszentren. Die neue Studie von Mastercard umfasst 75 Städte, am häufigsten sind die USA vertreten.
London ist als Finanzmarktplatz bekannt, ebenso New York, Chicago und Frankfurt. Bei dieser Studie ging es darum herauszufinden, welche Städte den größten Einfluss auf die globalen Waren- und Finanzströme haben. Der Fokus wurde insbesondere auf die Städte gelegt, deren Produktivität, wirtschaftliche Aktivität und Diversifizierung weit bedeutender ist als es ihre reine Größe vermuten lassen würde. Das sind Städte, die als wahre „global cities“ gesehen werden und entscheidende Links (Verbindungen) in einer weltweit vernetzten Welt darstellen, die Wirtschaft und Finanzen steuern. Mit anderen Worten, fällt eine dieser Städte aus, läuft aus dem Ruder oder agiert überdurchschnittlich gut, so hat dies einen messbaren Einfluss auf die globale Wirtschaft.
| Rang | Stadt | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | London | 79.17 |
| 2 | New York | 72.77 |
| 3 | Tokyo | 66.60 |
| 4 | Singapore | 66.16 |
| 5 | Chicago | 65.24 |
| 6 | Hong Kong | 63.94 |
| 7 | Paris | 63.87 |
| 8 | Frankfurt | 62.34 |
| 9 | Seoul | 61.83 |
| 10 | Amsterdam | 60.06 |
Für Großunternehmen ist es zunehmend wichtig lokale Vorteile auszureizen, sich auf den wichtigsten Märkten wirklich heimisch zu fühlen. Das beinhaltet eine regionale Aufteilung der Firmen, dafür müssen sie wissen, welche Stärken und Schwächen jede einzelne Stadt hat. Implizit wird angenommen, dass die Firma im Wettbewerb am besten dasteht, die sich im jeweiligen regionalen Markt nicht nur am besten auskennt, sondern in das dortige System am besten eingeflochten ist.
In den „global cities“ sind die am besten ausgebildeten Arbeitskräfte angesiedelt, es werden die höchsten Löhne gezahlt, die innovativsten Firmen sind dort ansässig, weiterhin sind dort die staatlichen und privaten Institutionen gehäuft anzutreffen. All das sind Faktoren, die wesentlich für Standortentscheidungen sind.
Insbesondere treffen diese Agglomerationsvorteile in den asiatischen und afrikanischen Staaten zu. Die ökonomische, politische, soziale und kreative Diskrepanz zwischen ruralen und urbanen Gebieten ist dort weitaus höher als in Europa. Ferner kann dort der Unterschied zwischen nationaler und regionaler Qualität sehr hoch sein, wie dies zum Beispiel in Ländern mit Wirtschaftssonderzonen der Fall ist. Daher macht es auch Sinn beispielsweise die Gesetzgebung und unternehmerische Freiheit in Shenzhen oder Dubai stärker zu gewichten als die nationale Qualität in diesem Bereich.
In Europa sind bei weitem nicht alle Staaten so polyzentrisch ausgebildet wie Deutschland. Rein nach dem BIP spielen Großbritannien, Frankreich und Deutschland in einer ähnlichen Liga. Großbritannien ist mit 2 Städten, Frankreich mit einer und Deutschland mit 5 Städten im 75-Städteranking vertreten. London wird allerdings noch vor New York als die ökonomisch einflussreichste Stadt gewertet. Japan ist 2 mal, die USA sind 11 mal und China, ab Rang 24, doch 4 mal vertreten. Auch hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Ballungsgebiet Tokyos derzeitig 35 Mio. Menschen leben. Hier hat Größe schon etwas zu sagen, insbesondere bei den hochentwickelten Ländern. Andererseits belegt Frankfurt mit weniger als 1 Mio. Einwohnern aber als Sitz der EZB und der Deutschen Bank etc. Platz 8, Berlin hingegen mit seinen 3,3 Mio. und Sitz der Bundesregierung inklusive vieler Botschaften und Handelsvebänden liegt auf Platz 24. Hier ist nicht die Größe entscheidend.
Auf jeden Fall eine sehr interessante Studie unter einem finanzanalytischem Blickwinkel.
Nachtrag:
Der Index bildet sich aus sieben Dimensionen, 43 Indikatoren und 74 Subindikatoren heraus. Unter den Top Ten ist der Sieger in Klammern genannt:
Gesetzliche und politische Rahmenbedingungen (London)
Ökonomische Stabilität (Paris)
Leichtigkeit unternehmerisch Tätig zu sein (Singapur)
Finanzielle Ströme (London)
Geschäftszentren (Hong Kong)
Wissensschaffung und Informationsfluss (London)
Lebensqualität (Frankfurt)
Alexander Venn, Juli 2008



