Rankings Stadtfakten
Städteranking von INSM sieht Berlin als Schlusslicht
Im Städteranking 2008 vom INSM, Institut für soziale Marktwirtschaft, und von der Wirtschaftswoche belegt München den ersten Platz, Hamburg den 12. von 50 Plätzen und Berlin bildet das Schlusslicht mit Rang 50.
Wie kann die Ex-Hauptstadt Bonn auf Platz 11 landen, eine kleine Großstadt wie Saarbrücken den 14. Rang bei einem Bevölkerungrückgang belegen und die Bundeshauptstadt, angehende Weltmetropole Berlin den Abschluss bilden?
Man hat hier die größten 50 von etwa 85 deutschen Großstädten herangezogen. Kein Zweifel, die statistischen Daten stimmen. Während in Berlin die Arbeitslosenquote bei 17,9% liegt, erfreut sich München einer Quote von 7,1%. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Lohnhöhe und Lohnsumme und somit auf die Kaufkraft je Einwohner. Dies war nur ein Beispiel: Gemessen wurden Faktoren wie Wohlstand, Arbeitsmarkt, Standortqualität, Wirtschaftsstruktur, Sozialstruktur und Kommunalfinanzen. Der Wohlstand ist eine Frage der Kaufkraft und der Realsteuerkraft je Einwohner. In die Sozial-Struktur gehen die Indikatoren wie Arbeitslosengeld II Empfänger je 100 Einwohner, Demographie-Index, Straftaten und Altersbeschäftigungsquote ein. Die kriminellste Stadt ist offenbar Frankfurt, in Solingen ist es ganz ruhig und beschaulich. Dafür ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit FH oder Uni-Abschluss in Solingen mit 6,1% am niedrigsten und in Stuttgart mit 20,7% am höchsten. Die Einzelwerte sind zum Teil erstaunlich und für die Städte sind es durchaus Hinweise, wo sie noch etwas tun müssen.
Das Besondere an der INSM-Studie ist, dass sie sowohl das aktuelle Niveau der Kennzahlen berücksichtigt, als auch deren Dynamik, also die Veränderung zwischen 2002 und 2007. Eine Stadt, die aktuell zwar immer noch relativ schlecht dasteht, bei der man aber sieht, dass sich in den letzten 5 Jahren bei den selben Faktoren einiges nach oben bewegt hat, steht eben besser da, als eine Stadt, die konstant blieb. So liegt Berlin im Niveau zwar an 49. Stelle und Halle auf Platz 50. Da aber Berlin in der Dynamik nur Platz 43 erreicht, aber Halle Rang 20 erreicht, fällt Berlin im Gesamten eben ab.
Jede Stadt, die in den unteren Rängen angesiedelt ist, kann sicherlich einiges dagegenhalten und die Studie kritisieren, aber Berlin wohl besonders.
Berlin hat den Hauptstadt-Bonus und bietet den Einwohnern aufgrund seiner Größe und enormen absoluten Geldmitteln so viele kulturelle Möglichkeiten, Stadtparks, gelebte Internationalität und Straßenszenerien, Warenangebote und Jobdifferenzierungen, wie es Saarbrücken, Herne oder Chemnitz wohl niemals werden leisten können.
Das Ranking liefert interessante Erkenntnisse und es steht jedem frei, seine Stadt online abzufragen.
Wie jedes Ranking, so gründet sich auch dieses auf ganz bestimmte Faktoren. Wenngleich vieles fehlt, so ist aber manches doch nicht wegzudiskutieren.
Handlungsempfehlung: Wenn man einen Job in einer Großstadt sucht, dann ist man in München sicher gut aufgehoben, aber noch ist das Wohnen in Berlin günstiger, in Hamburg gibt es mehr Wasser und Schiffsverkehr und Braunschweig ist am saubersten.
Alexander Venn, September 2008




[...] eingeht als auf den Status Quo, lässt die Hauptstadt in ein ganz anderes Licht rücken als die Studie der Initiative Sozial Marktwirtschaft, in der Berlin den 50. Platz belegte. Noch kommt man nicht um hin zu sagen, dass Berlin [...]
[...] pro Kopf und so weiter sind in der Bundeshauptstadt nicht gerade umwerfend. Im INSM-Ranking lag sie deshalb auf Platz 50. Die Anzahl der Museen und Botschaften sind es hingegen schon. Dazu [...]
Das sind alles ausgezeichnete Ansätze, die hier gepostet werden.