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Städteranking zeigt Berlins Zukunftspotential auf

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Friday, 10 . Feb . 2012 | KW06

Rankings Stadtfakten

Städteranking zeigt Berlins Zukunftspotential auf


Das Städteranking der FAZ und der Unternehmensberatung Roland Berger zielt auf die kreative Klasse ab. Ohne Kreative keine Zukunft. München ist technologisch sehr gut aufgestellt, aber Berlin ist am tolerantesten.

Die Zukunftsfähigkeit einer Stadt liegt in ihrem Humankapital. Es sind die Kreativen, die Forscher, Künstler und Freidenker, die einer Stadt Leben und Heterogenität einhauchen. Verschwindet diese Gruppe, dann werden Städte langweilig und über kurz oder lang wird es für Firmen schwieriger, die besten Köpfe zu attrahieren. Die Kreativen bereichern nicht nur Straßenbild, sie sind auch Teil des Kulturangebotes einer Stadt. Ein wesentlicher Punkt, weshalb Menschen in Städte ziehen, ist der große Optionsraum. Es ist nicht so wichtig, ob man wirklich in die Oper geht, sondern dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt. Man will vielleicht gar nicht im Alternativen-Szene-Viertel wohnen, aber auf ein Glas Bier will man eben doch mal vorbeischauen. Eine Demonstration kann auch immer mal wieder für anregenden Gesprächsstoff sorgen. Es sind die Kreativen aller Richtungen, die für neue gesellschaftliche Impulse sorgen, die hin und wieder Eingang in die Tagespolitik finden. Vollendete gesellschaftliche Homogenität untergräbt jede Ideenfindung, läßt damit Städte für die noch suchende und nomadisierende hochqualifizierte Jugend in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Wenn die kreative Klasse heute vergrämt wird, so ist das morgen noch kein Problem aber übermorgen eben doch. Um diese Klasse muss eine Großstadt werben, denn diese ist flexibel und sie geht dort hin wo es ihr gefällt. Während die einen den Jobs folgen, kommen zu den anderen die Jobs.

Berlin ist in den Faktoren Bohèmeanteil und Expertenvotum Subkultur und Toleranz unangefochtener Sieger im Städteranking. Auch eingetragene Lebenspartnerschaften sind recht wichtig, gleichwohl werden in Hamburg die meisten homosexuellen Partnerschaften eingetragen. In Punkto Wahlverhalten, also der Ausschlag zu Extremen hin, kann Berlin nicht punkten, da scheint Köln wohl am liberalsten zu sein. Dafür belegt Berlin im Indikator internationale und bilinguale Schulen Platz 2, direkt hinter Frankfurt. Bei der Exzellenzinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung belegt Berlin den 2. Platz hinter München. Dafür sieht es aber in den Bereichen Technologische Gründungen, F&E Personal und Patentintensität im Vergleich zu München nur mäßig aus.

Zusammenfassend geht es in der Studie um folgende Merkmale:
Technologie bestehend aus Innovation und Forschung & Entwicklung
Talent bestehend aus Humankapital, Kreatives Potential und Bildung/Ausbildung
Toleranz bestehend aus Offenheit und Urbanität.

Die Punkte Toleranz, mit einigen Abstrichen auch Talent, in denen Berlin gut positioniert ist, lässt auf eine prosperierende Zukunft hoffen. In diesem Ranking, das wohl mehr auf die Potentiale eingeht als auf den Status Quo, lässt die Hauptstadt in ein ganz anderes Licht rücken als die Studie der Initiative Sozial Marktwirtschaft, in der Berlin den 50. Platz belegte. Noch kommt man nicht um hin zu sagen, dass Berlin vergleichsweise arm ist, aber in über 3 Millionen Menschen steckt ein riesiges Potential, das von den kreativen Machern durchaus geweckt werden kann.

Im Online Voting auf der Homepage zum Städteranking gaben 9501 User ihre Stimme ab. Das Ergebnis ist für Berlin - Platz 1, Hamburg - Platz 2 und Leipzig - Platz 3 erfreulich. Der eigentliche Sieger des Rankings, München, landete auf Platz 7 von 10. Das Voting selbst ist abgeschlossen, doch jeder kann seine bevorzugte Großstadt mit einer anderen online vergleichen und sich selbst fragen, ob die Angaben seiner Empfindung nahe kommen.

Alexander Venn, Oktober 2008

Homepage FAZ-Ranking
Voting der FAZ User


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Ein Kommentar zu “Städteranking zeigt Berlins Zukunftspotential auf”

  1. Sinn und Unsinn von Städterankings | City Innovations Review

    [...] Anzahl der Museen und Botschaften sind es hingegen schon. Dazu kommt Berlins Bohème-Anteil, der im FAZ-Ranking sehr gut [...]

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