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E-Mobility in Berlin durch Daimler Elektroautos und RWE Stromtankstellen

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Friday, 10 . Feb . 2012 | KW06

Stadtprojekte

E-Mobility in Berlin durch Daimler Elektroautos und RWE Stromtankstellen


Anfang 2009 werden in Berlin die ersten 100 Elektro-Smarts von Daimler in der Praxis getestet. RWE baut 500 Stromtankstellen auf für eine ungehinderte Elektromobilität. Die Verbrauchskosten von 100km sollen dann bei etwa 2 € liegen. Die Städte werden an Lebensqualität gewinnen.

Berlin, Deutschland. Den E-Smart voll aufzuladen dauert etwa 6 Stunden. Dann hat man wieder eine Reichweite von 100 km, das ist für den Stadtverkehr mehr als ausreichend. 90% aller gefahrenen Strecken liegen unter 100 km. Ende 2009 soll der Smart ed (electric drive) in Kleinserie gehen. Die Bezahlung erfolgt über ein Kommunikationssystem im Fahrzeug, das Verbindung mit der „intelligenten Zapfsäule“ aufnimmt.
Fast alle, Wirtschaft, Stadt und Kanzlerin Merkel sind begeistert, es gibt aber auch Gegenstimmen: Greenpeace ist nicht sonderlich angetan von dem Joint-Venture „e-mobility Berlin“, da der Strommix von RWE doch noch zu erheblichen Teilen aus Kohlekraftwerken geliefert wird. Je nach dem wie man die Rechnung aufmacht, könnte ein Diesel-Smart CO²-freundlicher sein als sein Elektro-Kollege. Laut Greenpeace hat sich Daimler den falschen Partner ausgesucht. Dennoch: Das Elektroauto ist prinzipiell erwünscht.
Setzt sich diese Technologie mit den dazugehörigen Strom-Tankstellen bundesweit durch, so kann es durchaus zu Stromangeboten kommen, die zu 100% aus regenerativen Energien gewonnen werden. Je nach Region und Kapitalstärke der örtlichen Stromanbieter. Wenn man sich vorstellt, dass ein größerer Windparkbetreiber seine „grüne Tankstelle“ eröffnet, so kann er bei halbwegs vernünftigen Marktpreisen sicher sein, eine gewisse Stammkundschaft generieren zu können. Vielleicht wird es zukünftig auch ein Ranking von Städten mit den meisten ökologisch korrekten Tankstellen geben.
Der wohl wesentlichste volkswirtschaftliche Vorteil der Technologie liegt in der Abkehr vom Öl. Man wäre damit weniger abhängig von oligopolistisch, kartellähnlich gesteuerten Importpreisen. Strom kann umweltschädlich, aber eben auch sehr umweltfreundlich hergestellt werden, je nach politischem Willen und Forschungsaufwand. Diese Technologie bietet volkswirtschaftlich ein riesiges Potential und wird für eine hohe Anzahl neuer Arbeitsplätze sorgen. Wer hier vorne dabei ist, die notwendige Technologie mitentwickelt und stetig verfeinert, der wird auch bei der globalen Umstellung auf die E-Mobilität seinen Schnitt machen können. Diesen Trend zu verschlafen, ist nicht im Sinne eines Hochtechnologie-Export-Landes. Es gilt auch hier den First Mover Advantage zu nutzen.
Die Großstädte eignen sich hervorragend für diese ersten nennenswerten Gehversuche. Das Eigeninteresse der Städte ist wesentlicher Faktor zur unbürokratischen Verwaltung der Umstellung des Verkehrswesens. Elektroautos verursachen keine Abgase vor Ort. Es wird also weniger Smog geben, die Stadtwohnung muss nicht mehr so oft geputzt werden, über den autofreien Sonntag muss nicht mehr in dem Maße wie bisher nachgedacht werden. E-Mobilität ist leiser, die Lärmbelästigung nimmt ab, teure Schallschutzmaßnahmen sind nicht mehr so oft nötig, genau so wie besser schlafende Bürger weniger Krankenhausbesuche zur Folge haben werden. Vielleicht steigt langfristig der Wert von Immobilien an Kreuzungen wieder, wenn Abgase fehlen und Lärm spürbar gesenkt wird. Elektroautos sind im Verbrauch ökonomisch, die Bürger haben wieder mehr Geld in der Tasche und können es in der City ausgeben, der Konsum kann steigen. Die Autos werden wohl leichter und kleiner ausfallen, somit wird auch das Parkplatz-Problem etwas gemindert. Ohnehin bietet die Umstellung die Möglichkeit, dass das Stadtbild zukünftig von ganz anders designten Fahrzeugen geprägt wird.
Das bisherige Problem, die Elektrofahrzeuge nur an sehr wenigen Stellen wieder aufladen zu können, war sicherlich ein Grund, neben den Fragen der Batterietechnik, dass eine Marktdurchdringung bisher nicht gelang. Es fehlte schlicht ein wesentlicher Teil der Infrastruktur, die ein Auto braucht. Der Spruch: „Mehr Straßen bedeutet mehr Autos, noch mehr Straßen noch mehr Autos“ ist unvollständig. Zapfsäulen an sehr genau ausgesuchten Punkten sind eben ein wesentlicher Baustein für die Praxistauglichkeit. Hier haben sich also ein Autohersteller und ein Versorgungsunternehmen mit eigener Infrastruktur zusammengetan, um gemeinsam eine neue Technologie zu etablieren.

Alexander Venn, September 2008

Bildrechte: RWE

Berlinonline-Artikel
RWE-Pressemeldung


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