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Floating Homes im Zeichen der wachsenden Stadt

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Saturday, 31 . Jul . 2010 | KW30

Stadtprojekte

Floating Homes im Zeichen der wachsenden Stadt


Hamburg will wachsen, aber eben grün und nachhaltig. Floating Homes, die schwimmenden Häuser, bieten der Stadtentwicklung eine neue Spielwiese. Für 300.000 Euro kann man in der City und doch im Grünen und auf dem Wasser wohnen.

floatinghomes_nachtansichtWachsende Städte stehen vor der Frage, wie sie weiteren qualitativ hochwertigen urbanen Raum gewinnen können, ohne dabei alles Grün zu opfern. Das Ziel ist also eine Art Pareto-Optimum: Dies ist in der Ökonomie nur dann erfüllt, wenn eine Handlung zwar den einen besser stellen darf, den anderen jedoch nicht schlechter. Ein Zugewinn an Wohnfläche ist erwünscht, aber ohne der Allgemeinheit Nachteile aufbürden zu müssen.

Die Floating Homes schwimmen auf dem Wasser, aber an definierten Plätzen. Das Wort Hausboot trifft es nicht so ganz, denn es handelt sich bei diesem Konzept tatsächlich eher um Häuser, denn um Boote. Dennoch müssen sie schwimmfähig sein, da die Pontons nur in Docks gewartet werden können und nach dem Wasserrecht auch regelmäßig auf ihre Schwimmfähigkeit und Festigkeit geprüft werden müssen – ganz wie ein Boot. Dahin müssen sie erst einmal gezogen werden können. Mag die Grundidee eines schwimmenden Hauses an sich nicht neu sein, ihre architektonische Umsetzung aber ist auf jeden Fall in Deutschland weitaus unüblicher als beispielsweise in Amsterdam. In Hamburg ist im Hafen, direkt an der Hafencity ein solches Floating Home Musterhaus zu besichtigen. Hamburg hat den festen Willen, diese Wohnform zu etablieren, eine Attraktion ist sie allemal.

floatinghomes_hafencityDie zahlreichen kleinen Wasserstraßen in idyllischen und dennoch zentralen Lagen sind genauso als „fester“ Wohnort vorgesehen wie kleine Wasserarme direkt an den neuen Hafencitybauten. Von einem festen Wohnort kann man deshalb sprechen, da die Floating Homes an das örtliche Versorgungsnetz angeschlossen sein müssen. Die altertümliche Propangasflasche oder die monatliche Abfallentsorgung und -absaugung haben hier ausgedient. Das Haus/Boot wird zwar nach Wasserrecht beurteilt und hat dennoch den Charakter einer Immobilie. Die Firma Floating Homes GmbH bietet 3 Größen an. Das kleinste Haus ist auf einer Etage mit 3 Räumen untergebracht und bietet eine Gesamtfläche von 114 m². Das Größte, der „B-Type“ bietet auf 2 Etagen Platz für 3-4 Zimmer und eine Gesamtfläche von 225 m². Die Preise inklusive aller Anschlüsse liegen laut FAS vom 8. Juli 2007 zwischen 300.000 und 500.000 Euro. Besonderes Wohnen hatte schon immer seinen Preis. Spannend in diesem Zusammenhang wäre wohl auch zu erfahren, wie die Banker die „Immobilie“ ohne echtes, sondern nur mit virtuellem per Dekret zugewiesenem Grundstück bewerten. Ob der Liegeplatz einen Handelbaren Wert darstellen wird?

Die Floating Homes sind ein kleiner weiterer Beitrag für das Label Hamburgs „Grüne Stadt am Wasser“. Die Wohnangebotsvielfalt Hamburgs wächst damit deutlich und das auf Aufsehen erregende Weise. Für die Stadtplanung ergeben sich so ganz neue Möglichkeiten, zumal die Bewohner der Floating Homes nicht zu den ärmsten zählen dürften. Möglicherweise lockt man so Menschen aus dem grünen und gut situierten Speckgürtel wieder in die City und generiert dort wieder neue Konsumausgaben. So ist das Vergeben von Wasserplätzen auch ein kleines örtliches Konjunkturprogramm.

Je nach dem wie viele schwimmende Häuser es geben wird, die Stadt sprach einmal von 100 geplanten Plätzen, private Studien haben 500 Plätze ausgemacht, werden wieder neue Verkehrsadern entstehen. Denn naheliegend ist doch, dass diese Hausbesitzer alle ein kleines Boot besitzen werden und insbesondere die Plätze und Kneipen aufsuchen werden, die auch mit dem Boot zu erreichen sind. Ein klein wenig Venedig kann auch hier zelebriert werden.

Alexander Venn, März 2009

Bildrechte: Copyright Martin Förster
Homepage der Floating Homes GmbH


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