Stadtprojekte
Frankfurts Hochhäuser haben zukünftig ökologische Vorbildfunktion
Im neuen „Hochhausrahmenplan 2008“ bekennt sich Frankfurt eindeutig zu seinen Hochhäusern. Es wird aber klar gesagt, dass Besonderheit verpflichtet. Auf diese Skyline sieht ganz Deutschland und beeinflusst damit auch Frankfurts Image als Ganzes.
Frankfurt, Deutschland. Die Frankfurter Stadtentwicklung legt besonderen Wert auf seine Hochhausquartiere und Solitäre. Architektonische, ästhetische Einpassung ins Stadtbild ist wichtig, aber auch andere Merkmale wie Energieeffizienz, Wohnraumschaffung, Quartiersbelebung und Leuchtkraft sind genauso wesentlicher Bestandteil des „städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“.
Vor allem sind damit Hochhäuser gemeint, die mindestens 60 Meter hoch sind oder in unmittelbarer Nachbarschaft der „echten“ Hochhäuser stehen, bzw. deren Bedeutung für das Stadtbild herausragend ist. Diese geplanten Bauten sind dann im Hochhausentwicklungsplan einzutragen. Die Bauhöhe ist zwar keine Verpflichtung, aber doch ein stark formulierter Wunsch.
Hochhäuser sollen zukünftig energetisch effizienter gebaut werden. Konkret heißt das in Frankfurt, dass das deutliche Übertreffen von energetischen Bauvorschriften erwartet wird. Konkret sollen die Hochhäuser nicht mehr als 150 kWh pro Quadratmeter im Jahr verbrauchen. Laut Handelsblatt vom 5.9.08 verbraucht der relativ energiesparende Commerzbank Turm mehr als 500 kWh/qm/a. Es muss also besser gehen. Dabei sollen 50% der Primärenergie aus Erdwärme/Erdkälte, Photovoltaik oder anderen regenerativen Energien stammen. Vorbildlich wird dabei wohl das neue kfw Gebäude Westarkade sein. Mit Hilfe von Geothermie wird der Primärenergiebedarf des 57 Meter hohen Gebäudes auf 100 kWh reduziert.
Interessant ist auch der Wille, eine gewisse Lebendigkeit innerhalb der Hochhauscluster zu erhalten und weiter auszubauen. So soll in den Grundgeschossen die Öffentlichkeit Zugang erhalten. Angedacht sind hier Gastronomie, Einzelhandel, Freizeit und Sportbereiche, sowie Gesundheitsstätten. Es wird auch klar formuliert, dass eine Subventionierung der Erdgeschosse durch die ertragsstärkeren Teile des Hochhauses erwartet wird, sofern dies nötig ist. Ferner soll in besonderen Lagen auch in einem der oberen Geschosse der Stadtbevölkerung Zugang gewährt werden, um den besonderen Blick auf die Skyline geniessen zu können. Innerstädtischen Wohnraum zu schaffen, wurde auch als wesentlicher Bestandteil der Belebung erkannt. So müssen Bürovorhaben 30% ihrer Geschossfläche oberhalb der Hochhausgrenze für Wohnraum zur Verfügung stellen. Im Notfall kann dies auch auf dem selben Grundstück nebenan erfolgen, jedoch nicht auf Grundstücken, die ohnehin schon als Wohnraum vorgesehen waren. Weitere Ausnahmeregelungen gibt es, aber die Richtung ist vorgegeben.
Um das bestmögliche Ergebnis für die zukünftige Skyline von Mainhattan zu erzielen, wird bei diesen Hochhäusern ein Wettbewerb oder ein anderes ähnliches Auswahlverfahren vorgeschrieben. Es ist auf eine genügend hohe Anzahl von Alternativen zu achten. Quasi-Wettbewerbe sollen also möglichst ausgeschlossen werden. Frankfurt sieht sich hier durchaus im Wettbewerb mit anderen skylinedefinierten Städten. Auch hier wird noch einmal erwähnt, dass schon im Wettbewerbsverfahren auf den CO² Ausstoß zu achten ist.
Frankfurt ist stolz auf seine Hochhäuser, daher ist auch ein „Illuminierungskonzept zu entwickeln und zu implementieren“. Die Stadt soll im Dunkeln leuchten - aber sicherlich in umweltpolitisch vertretbaren Maßen.
Alexander Venn, September 2008
Pressemitteilung zum kfw Gebäude - energetisches Konzept




[...] 100 kWh/qm/Jahr Primärenergie verbrauchen, das ist vergleichsweise wenig. Im neuen Frankfurter „Hochhausrahmenplan 2008“ werden 150 kWh/qm/a veranschlagt. Um dieses Ziel zu erreichen, wird im SPIEGEL-Haus eine [...]