Stadtprojekte
Grünes Gebäude spart durch LEED jährlich 500.000$ ein
Der LEED Standard hilft vermeidbare Kosten aufzufinden und mit nachhaltigen Investitionen Gewinne zu generieren. Umweltschutz effizient durchzusetzen, ist eine Frage des winkenden Profits.
LEED, The Leadership in Energy and Environmental Design ist der amerikanische Standard zur Beurteilung von Gebäuden hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, ein Green Building Rating System™. LEED wird von der Non-Profit Organisation U.S Green Building Council geleitet. Mit der Zertifizierung nach diesem Standard erhalten Investoren, Eigentümer und Bauträger, im zweiten Schritt aber auch Mieter, eine objektive Bewertung der Gebäude. Ein mit LEED zertifiziertes Gebäude soll ein Signal dafür sein, dass verantwortungsvoll mit der Umwelt umgegangen wird, dass grüne Gebäude profitabel sind und dass diese Gebäude ein gesunder Ort zum Wohnen und Arbeiten sind.
Grün ist nicht nur IN und ein Marketing-Label, das durchaus auch schon einen Wert hat. Ganz konkret sind LEED-Zertifizierungen profitabel. In die Gebäude wird investiert und in der Folge werden regelmäßige Nebenkosten eingespart. Der Vorteil für die Immobilienbesitzer ist die damit einhergehende Wertsteigerung und bessere Vermietbarkeit.
Ein Zahlenbeipiel zeigt die Erfolge des LEED Systems: Das Headquarter-Gebäude von „The California Enviroment Protection Agency“ hat 25 Stockwerke und wurde im Jahre 2000 erstellt. Es umfasst eine Geschoßfläche von 88.000 qm. Im gesamten wurden in die Sanierung 500.000 US$ investiert.
Folgende jährlichen Einsparungen kamen dabei heraus: Die Abstimmung und Überwachung des Energieverbrauchs und der Energiebereitstellung sparen 190.000$ ein. Nachtheizung und Beleuchtungsverbesserungen ergeben 100.000 US$. Die Außenbeleuchtung spart 9.500 US$ ein. Das Begrünungsmanagement wird effizienter und erbringt noch einmal 95.000 US$. Grundstücksbewässerung und Kühlungsanlagensanierungen sparen 19.000 US$ ein. Die Müllentsorgunskosten verringern sich um 60.000 US$. Das Sammeln und Lagern von recycelbaren Produkten erbringt 48.000 US$. Das Müllrecycling spart 29.000 US$ und das reduzierte Abladen auf Müllhalden gibt 10.000 US$ her. Eine sauberer Eingangsbereich spart Reinigungskosten in Höhe von 9.500 US$ ein. Mit einigen weiteren kleineren Positionen werden jährlich 610.000 US$ eingespart.
Die Daten stammen aus dem Jahre 2004. Seither sind die Energiepreise deutlich gestiegen. Weiterhin erhielte man nach heutiger Technik etwas höhere Effizienzgewinne für denselben Kapitaleinsatz. Die genannten Einsparungen haben den Wert des Gebäude laut LEED um 12 Mio. US$ erhöht. Die Energieeffizienz ist um 34% gegenüber des Californischen Energy Codes aus dem Jahre 1998 gestiegen. 200 Tonnen weniger Abfall landet auf der Müllkippe. Der externe Wasserverbrauch wird durch einheimische speziell ausgesuchte, z.B. dürreressistente Pflanzen um 50% reduziert, im Gebäude werden 20% durch wasserlose Urinale und andere technische Verbesserungen eingespart. Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach und eine bessere Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik sparen 34% Energie ein und ermöglichten den Erhalt eines Energy Star Ratings von 96 (von 100) Punkten. Letztlich erfolgte noch eine Mitarbeiterschulung zu den Punkten Müllvermeidung, Car-sharing, Fahrradfahren und ähnlichem. Recycelbares Material wurde überall eingesetzt, wo es möglich war. Wie sich natürliches Licht, Holzwege und gute Lüftung auf die Arbeitsproduktivität und die Gesundheit der Mitarbeiter auswirkt, läßt sich im Laufe der Zeit messen. Ein positiver Effekt ist aber mit Sicherheit zu verzeichnen. Das ist nur ein Beispiel unter vielen.
Für die Stadtverwaltungen ist es durchaus sinnvoll, ihre Gebäude ratifizieren zu lassen und die nötigen Investitionen durchzuführen. Mit den Einsparungen können sie im nächsten Haushaltsjahr wieder investieren, um ihre Städte attraktiver zu machen. Wenn sich mancherorts die Eigentümer nicht so leicht von der Profitabilität grüner Technik überzeugen lassen wollen, so hat die Stadtverwaltung im Sinne einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung eine Vorreiterrolle zu spielen. Das ist auch der Sinn des Programms. Je häufiger es angewendet wird, desto stärker wird das Gewicht des Green Building Rating Systems in der gesellschaftlichen und urbanen Diskussion sein.
Vorschriften sind sicherlich notwendig, aber für die Akzeptanz der Maßnahmen sind Ratings besser, weil sie objektiv bewerten und die Rankings publiziert werden. Im Falle von LEED gibt es genaue Aufstellungen zu Investitionskosten und jährlich erzielten Einsparungen bis hin zu nachvollziehbar kalkulierten Wertsteigerungen der Objekte. Das Deutsche Pendant zu LEED ist das Deutsche Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen, DGNB. Für den schnellen Umbau des Gebäudebestandes und für die nachhaltigen Planungen von neuen Gebäuden ist der Wissenspool, der in diesen Organisationen entsteht ein große Hilfe. Das Rating sorgt dafür, dass die Berater immer weiter nach den neuesten Techniken suchen, um das letzte Ergebnis noch zu übertreffen. Die Bauwirtschaft kann sich hier Rat holen. Der Wissensvorsprung gegenüber manchen Baufirmen resultiert sowohl auf der Spezialisierung eines Aspektes der Bautätigkeit und der internationalen Vernetzung der Organisationen. Die Städte werden grüner, im weitesten Sinne.
Alexander Venn, Oktober 2008





[...] Grüne Gebäude erhofft sich eine Zertifizierung nach dem amerikanischen LEED Standard. LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) honoriert Gebäude mit besonders guten [...]
[...] hat sich seit 2000 immerhin vevierfacht. Der von dieser Organisation in 2000 gelaunchte LEED-Standart (Leaderschip in Energy and Environmental Developement) erfreut sich steigender Beliebtheit, so [...]