Stadtprojekte
Miniaturwald im grünen Wolkenkratzer
Praktische und visionäre Beispiele für eine nachhaltige Stadtentwicklung mit grünen Hochhäusern gibt es schon. Jacques Ferrier aus Frankreich und Vincent Callebaut aus Belgien geben interessante Einblicke in die designte Renaturierung der Städte.
Wird es zum Trend, dass wir auch im sogenannten verdichteten urbanen Raum zunehmend von Grün und nicht nur von Glas, Stahl und Beton umgeben sein werden?
Im Tour Phare von Jacques Ferrier arbeitet man in der x-ten Etage eines Bürohochhauses an ausgesuchten Stellen doch vis á vis eines Miniaturwäldchens. Die Vorstellung in Mitten von Metropolen, zum einen den Blick in 150 Meter Höhe über die Stadt gleiten zu lassen und zum anderen bei einer Drehung um 90 Grad üppige Natur sehen zu können, ist schon faszinierend. Wenn der kleine Etagenwald nicht genug Entspannung bietet, dann geht man auf’s Dach und erfreut sich des großen Bruders.
Jaques Ferrier ist es auch, der das Pavillion France auf der Expo 2010 in Shanghai bauen wird. Auch hier, wenngleich nicht gerade ein Wolkenkratzer, so doch ein mehrstöckiges Gebäude, finden sich überall Pflanzen. Das Dach bietet einen Quarrée-Rundgang durch einen angelegten Park. Die Innenwände werden teilweise durch Kletter- und Hängepflanzen begrünt.
Noch viel Eindrucksvoller, aber eben wohl doch noch etwas zu visionär, sind die Illustrationen von Vincent Callebaut Architectures. Die Water-Front von Hongkong sollte neu gestaltet werden. Hier hat Callebaut seine Illustrationen mit dem Titel „The Perfumed Jungle“ 2007 eingereicht. Die Hochhäuser haben abgerundete Formen, doch wesentlicher ist, dass sie von aussen und teilweise innen dicht bewachsen sind. Die Flächen zwischen den Hochhäusern ist ein Gewirr aus Rasenflächen, Bächen und kleinen Seen. In diesem Teil Honkongs sollte der Smog nicht mehr relevant sein. Callebauts Ziel war es hier, für diese Megacity eine eigene Grüne Lunge zu bauen, ohne dass dieser Platz verloren geht. Eine Wohndichte von 30.000 Menschen pro km² verlangt besondere Lösungen für die Zukunft. Das ganze Gebiet soll nicht nur grün sein, sonder auch energie-autark und eine hohe Biodiversität gewährleisten.
In Berlin etabliert sich eine kleine Szene von Stadtimkern, zukünftig können die Bienen vielleicht etwas Territorium zurückerobern. Eine designte Renaturierung urbaner Flächen scheint auch zunehmend in der Praxis Einzug zu halten.
Alexander Venn, September 2008
Architekturbüro Jacques Ferrier
Perfumed Jungle Hongkong auf callebaut.org




[...] allein genügen nicht mehr. Die Hochglanzzeitschriften für Architektur und Wohnen zeigen vermehrt grüne Elemente in, an und auf den Hochhäusern. Die grünen Verkaufsargumente reichen also vom Design bis hin zu [...]