Stadtprojekte
Nachhaltiger Wiederaufbau von New Orleans ist machbar
Für 150.000$ kann man ein gutes und umweltgerechtes Haus neu bauen. Ohne Spenden geht es aber nicht. Die MIR-Foundation ist ein aktiver Gestalter, der mit Sachverstand an die Probleme herangeht.
Das Stadtviertel „The Lower 9th Ward“ soll wieder aufgebaut werden. Hier spielte sich, bis 2005 Hurrikane Katrina zuschlug, die Musik und das vitale Nachbarschaftsleben von New Orleans ab.
Ein Neuanfang ist für viele Menschen nur mit Hilfe von Spenden möglich. Die MIR-Foundation (Make it right) baut Häuser für die Bewohner von New Orleans und gibt ein Beispiel wie man es besser machen kann, als es war.
Der aktuelle Zählerstand auf der Homepage gibt an, dass schon 90 der geplanten 150 Häuser gebaut sind und für das nächste Haus immerhin schon 130.619 $ von den erforderlichen 150.000 $ gespendet wurden (Stand 18.Februar 2009).
Die Architekten standen vor der Aufgabe, vier Ziele miteinander in Kongruenz zu bringen: Sicherheit, Erschwinglichkeit, Nachhaltigkeit und hohe Designqualität. Die Häuser sollten eben nicht nur schnell aufgebaut werden können, sondern auch das Lebensgefühl von New Orleans wieder lebendig werden lassen und dabei Familien helfen, die viel verloren haben. Es wird nach wie vor noch experimentiert mit Häusern, die vor Ort aus Einzelteilen zusammengesetzt werden, mit Häusern, die komplett in der Fremde gefertigt wurden und vor Ort nur zusammenzustecken sind und Mischformen davon. Dennoch sind es individuelle Häuser und keine schnellen Plattenbauten, das wäre entgegen dem „Make it right“ Projekt.
Ganz konkret wird um Spenden geworben. Der Clou ist dabei, dass der Sponsor schon auf der Homepage sehen kann, was man mit seiner Spende anschaffen kann. Bei 5$ für eine Energiesparlampe geht es los und bei 150.000$ für ein ganzes Haus hört es auf. Es sei angemerkt, dass es real keinen Mindestspendenbetrag gibt. Die Tabelle gibt eine Übersicht, was man mit seinem Spenden-Betrag konkret bewirken kann.
| Betrag | Anschaffungsprodukt | Nutzen |
|---|---|---|
| 5$ | Energiesparlampe | 75% Stromersparnis, 10 mal längere Lebensdauer |
| 25$ | Wandfarbe | Schadstoffarm und schützend |
| 200$ | Deckenventilator | Alternative und Ergänzung zur Klimaanlage Energy Star zertifizierte Ventilatoren sind 50% energieeffizienter |
| 100$ | Programmierbarer Thermostat | Intelligenter Einsatz von Heizenergie |
| 40$ | Duschkopf | Kann Wasserverbrauch um 40% senken |
| 5$ | Wasserhahnaufsatz | 50% Wasserersparnis |
| 250$ | Wasserspartoilette | 50% Wasserersparnis |
| 250$ | Linoleumboden | Aus natürlichen Materialien und Farbpigmenten |
| 500$ | Beleuchtungssystem | effiziente LED-Technik |
| 1.000$ | Energy Star Waschmaschine | 20% Wasser- und Stromersparnis |
| 1.500$ | Energy Star Kühlschrank | 15-40% Energieersparnis |
| 1.500$ | Heisswassererhitzer | 50% Energieersparnis gegenüber Permanent-Boilertechnik |
| 3.000$ | Heiz- und Kühlsystem | 25% effizienter als Standard |
| 5.000$ | Solarthermale Installation | Warmwasserkosten Reduktion |
| 5.000$ | Regenwasserauffangstation | 50% weniger Frischwasserverbrauch (Garten und Toilette) |
| 25.000$ | Solaranlage | Reduziert Stromkostenrechnung um etwa 90% |
| 2.500$ | Bepflanzung | Gutes Wohngefühl |
| 2.500$ | Umwelt-Zertifizierung | LEED/Earthcraft/NAHB |
| 200$ | Regional üblicher Baum | Spendet im Sommer Schatten |
| 150.000$ | Ganzes Haus | Hilfe für eine Familie und Beitrag zum Umweltschutz |

Das Kernteam besteht aus namhaften Unternehmen und NGOs sowie dem Schauspieler Brad Pitt, der über die notwendige Popularität verfügt.
Das Kernteam:
William McDonough + Partners, a world leader in environmental architecture
Cherokee Gives Back Foundation, the nonprofit arm of Cherokee, a firm that specializes in remediation and sustainable redevelopment of environmentally impaired properties
Graft, an international leading architecture firm that Brad Pitt collaborates with on projects around the world
Make It Right Staff, local Make It Right personnel coordinating efforts on the ground in New Orleans
Den Zählerstand immer mal wieder zu verfolgen, kann recht spannend sein. Die 150 Häuser sollen ja erst der Anfang des Projektes sein.
Alexander Venn, Februar 2009
Bildrechte bei MIR (Make it right)



