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Stadtteilmütter unterstützen Integration in der Sozialen Stadt

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Sunday, 05 . Feb . 2012 | KW05

Stadtprojekte

Stadtteilmütter unterstützen Integration in der Sozialen Stadt


Stadtteilmütter sind eine Möglichkeit, die Integration von Eltern und insbesondere Kindern mit Migrationshintergrund zu fördern. Menschen, die den örtlichen innerstädtischen Kulturkreis genau kennen und seine Sprache sprechen haben den besseren Zugang.

Die Stadtteilmütter in Berlin – Kreuzberg haben die Aufgabe, Familien mit Migrationshintergrund ein wenig an die Hand zu nehmen. Dazu werden 60 junge Frauen, die arabisch und türkisch sprechen zu Stadtteilmüttern ausgebildet. Sie sprechen die anderen Mütter im Stadtteil an und bereden mit ihnen Bildungs- Ernährungs- und Familienfragen in der jeweiligen Landessprache. Auf diese Weise finden Eltern und Kinder Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsproblemen im doch manchmal noch recht fremden Kulturkreis. Dem Projekt stehen für 2 Jahre 350.000 Euro zur Verfügung (Berlin-Online.de vom 08.07.08). Nicht Segregation, sondern Integration ist das Ziel von modernem Quartiersmanagement. Im neuen Kulturkreis kommt nur an, wer auch im Alltäglichen vielfältigste landestypische Interaktion betreibt. Abschottung ist selten das Bestreben, sondern zumeist eine Folge von einem nicht gewusst wie und wieso.

Offensichtlich war das Pilotprojekt in Berlin-Neukölln erfolgreich. Hier sind 166 Stadtteilmütter aktiv, die über 3 Jahre, abzüglich der Ausbildungsdauer hinweg circa 2.283 Familien in 2007 und 2008 zur Seite stehen. Der Finanzrahmen wurde im Juli 2006 mit 913.437€ beziffert.
Die regionalen Stadteilmütter-Projekte finden zahlreiche Unterstützer wie das Diakonische Werk, Jobcenter oder Mehrgenerationenhaus in Berlin, die Bürgerstiftung Bonn oder jeweilige Jugend- und Planungsämter und örtliche Kirchengemeinden. Die Stadtteilmütter müssen die Fremdsprachen der örtlichen Migrantenfamilien beherrschen, mal arabisch, mal russisch etc. Selbst gut ausgebildete deutsche Fachkräfte in China oder Indien sind sehr dankbar, wenn ihnen ein langjährig ansässiger Deutscher bei Behördengängen, Bildungsangeboten und anderen Alltagsdingen hilft. Manchmal genügt es schon, einfach zu reden, aber eben mit jemandem, der sich auskennt. Der Nachbar kann oft trösten oder emotional helfen, aber selten genaue, problemspezifische Handlungsempfehlungen abgeben. Ganz abgesehen davon ist da noch die Frage, ob der Nachbar alles wissen soll, was so schief läuft. Der Profi, auch wenn er zur Nachbarschaft oder Familie gehört, verfügt über eine andere Autorität.

Auffällig ist die Vielfalt der Unterstützer. Das Jobcenter ist aktiv daran beteiligt, weil sie sehen, dass das gute Beherrschen der Landessprache heute eine Grundvoraussetzung dafür ist, später einen Job zu bekommen. Die Weichen dafür werden schon im Kindesalter gestellt. In direkter Folge der Sprachfähigkeiten sind der schulische Erfolg und somit die späteren Chancen auf eine Lehrstelle. Das Diakonische Werk weiss um die Überforderung von Eltern und ihm geht es sehr um den Schutz von Kindern vor Gewalt. Dies gilt sowohl für den häuslichen Bereich als auch für den Umgang der Kinder untereinander. Den Planungsämtern sind gute Stadtteile lieber als welche, in denen Chaos herrscht. Stadtplanung beinhaltet nicht nur innovative Gebäudetechnik und -Infrastruktur, sondern eben auch den Aufbau und die Pflege einer sozialen Gemeinschaft, in der möglichst viele Menschen Chancen auf eine gute Zukunft haben.

Stadteilmütter-Zentren zu unterstützen ist aktives Quartiersmanagement. Für die Städte sind diese Erfolge langfristig auch ein ökonomischer Erfolg. Die Kinder werden irgendwann zu Erwachsenen, die sich selbst versorgen sollen. Die Kriminalität im Stadtviertel nimmt ab, was den Wert des Stadtteils erhöht. Kulturelle Vielfalt ist eine Bereicherung für die Stadt, wenn sich jeder in ihr frei bewegen kann.

Die Belohnung für den Projekterfolg kann in Sydney gefeiert werden.
„…Darüber hinaus werden zur Präsentation Berlins die Ausstellung über die “Stadtteilmütter” sowie der Film “City of Change” nach Sydney geschickt. Berlin hat sich mit dem Beitrag “Stadtteilmütter” um den Metropolis Award beworben und die Finalrunde erreicht. Die Preisverleihung findet im Rahmen des President’s Dinner am Donnerstag, den 23. Oktober 2008, statt.“ (Stadtentwicklung.berlin.de, Stand 08.08.08)

Alexander Venn, August 2008

Berlin-Sydney in stadtentwicklung.berlin.de
„166 neue Stadtteilmütter in Neukölln“ in stadtentwicklung.berlin.de
Video zu Stadtteilmütter in tvbvideo.de
Stadtteilmütter in Neukölln in am-tower.de
Stadtteilmütter.de mit Links zu „Stadtteilmütter“-Projekten in Augsburg, Berlin, Ratingen und Bonn
diakonie-portal.de
Berlinonline.de Artikel


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