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Urbane Farmen in der Stadtmitte nehmen Gestalt an

Informationsportal: Urbanisierung & Stadtentwicklung & Grüne Stadt ___________Friday, 10 . Feb . 2012 | KW06

Kurz notiert Stadtprojekte

Urbane Farmen in der Stadtmitte nehmen Gestalt an


Manhattan: BrigtFarm Systems, eine Tochterfirma von New York Sun Works hat sich auf das Designen von Dachgewächshäusern und gebäudeintegriertem Anbau spezialisiert. Der Urbane Raum, die City, große städtische Gebäude – das sind die Ressourcen für eine zukünftige lokale Nahrungsmittelproduktion.

brightfarmschiffAuf den Flachdächern New Yorks ist noch viel Platz. Von Sportplätzen auf den Dächern war schon die Rede, genauso von Photovoltaikanlagen – jetzt gibt es einen neuen Vorschlag, diese ungenutzte Fläche zu nutzen. Nahrungsmittel sollen auf den Dächern mit Hilfe modernster Gewächshäuser angebaut werden. Das große Ziel ist die „farm-to-table distance“ zu minimieren. Immerhin legt jedes in den USA konsumierte Nahrungsmittel im Durchschnitt 2.500 km zurück, bevor es seiner eigentlichen lebenserhaltenden Funktion zugeführt wird. Ökologisch und ökonomisch wäre es sinnvoller konsumnah zu produzieren.

Zwei Jahre lang wurde das Gewächshaussystem auf einem Schiff getestet, das, einer Wanderausstellung gleich, alle zwei Monate an einem anderen Pier rund um Manhattan festmachte. Urbane Nahrungsmittelproduktion – also direkt vor der Haustüre. Die „Science Barge“ bezog ihre Energie von Photovoltaikanlagen und Windkrafträdern auf dem Dach des Gewächshauses. Wenn weiterer Strom nötig war, so konnte er mit Hilfe eines Bio-Diesel Aggregats gewonnen werden. Immerhin liefern potentiell alle New Yorker Restaurants zusammen jährlich genug Speiseölreste, dass sich daraus 38 Mio. Liter BioDiesel gewinnen lassen würden. Das immer wieder aufgefangene Regenwasser lieferte genug Wasser, um das Gewächshaus betreiben zu können. Die Kulturen kommen ohne Erde aus. Steinwolle und mit Düngung angereichertes Wasser genügten völlig für das hydroponische Wachsen der Pflanzen. Mit diesem System benötigt man, laut dem Gründer von NY Sun Works, Ted Caplow 4 mal weniger Wasser und 7 mal weniger Platz als mit herkömmlichem Anbau.

brightfarmhausCaplows Projekt ist erwachsen geworden. Das Fernziel ist immer noch mit New Yorks 5000 Hektar Dachfläche, die ganze Stadt zu ernähren. Wichtig ist nicht, die Utopie zu erreichen, sondern ihr näher zu kommen.
Das Projekt erfährt Aufmerksamkeit und es findet sich Investoren, die auf ihren Dachflächen das System ausprobieren möchten.
Caplows Firma BrightFarm Systems LLC berät seine Kunden, wie sie Dachgewächshäuser aufbauen und im Gesamten das Farming in Gebäude integrieren können:
1. Auf dem Dach der Eleanor Roosevelt School Intermediate School (IS143) in Washington Heights, New York entsteht eine Schulungszentrum für nachhaltige Dachgewächshäuser. Studenten lernen am praktischen Beispiel.
2. Im Whole Foods Marketstore in Millburn, New Jersey werden Kräuter vertikal in aufeinander geschichteten Töpfen an den Fenstern des Marktes hochgezogen. Weiter Anwendungen kann man sich sehr gut vorstellen, wenn der örtliche Biomarkt zu seinen Handelsgütern auch noch Waren aus der eigenen Produktion anbieten kann – ein zusätzlicher Standort ist hier nicht notwendig und somit fallen weder Transportkosten noch CO2-Emissionen an.
3. Im Zentrum Manchesters, U.K. hat BrightFarm Systems von der globalen Entwicklungsfirma ARUP den Auftrag erhalten, auf einer 8 Hektar großen Fläche eine CO2 freie lokale Nahrungsmittelproduktion zu designen.
4. In 2009 soll an der Manhattan School for Children ein Lern- und Produktions-Gewächshaus entstehen. Wer weiss, vielleicht stellen die Schüler mitten in der Stadt irgendwann einmal ihr eigenes Gemüse fürs Mittagessen her.

Mit Sicherheit ist die Firma noch mit vielen anderen Interessenten im Gespräch. Alle Städte haben riesige Dachflächen und Freiflächen in Gebäuden, die noch ungenutzt sind, das Potential diese sinnvoll, und eben auch für die urbane Nahrungsmittelproduktion zu nutzen, ist groß. Solange die Vertical Farm nur als Design und Forschungsgebiet existiert, ist das urbane Gewächshaus eine echte und relativ kostengünstig umsetzbare Alternative.

Alexander Venn, April 2009

Brigthfarm Systems Homepage
Hydrokultur – Artikel auf Wikipedia


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