Stadtprojekte
Wettbewerb zum kommunalen Klimaschutz hat langfristige Wirkung
Der Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2009“ startet. Bürger und Kommunen sind beide gleich wichtig für die Energieeffizienz der Stadt.
Städte stehen im Wettbewerb um Einwohner, Firmen, Infrastrukturinvestitionen und vieles mehr. Sie können sich aber auch freiwillig einem Wettbewerb stellen, der medienwirksam die Kommune hervorhebt. Das Bundesumweltministerium startet den Wettbewerb „kommunaler Klimaschutz 2009“. Die Preisgelder liegen zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Für kleine Gemeinden kann das durchaus nennenswert sein. Wesentlicher ist aber die direkte Medienwirksamkeit der Auslobung des Wettbewerbsiegers. Der Sieger, aber auch noch die Nächstplatzierten können langfristig von dem Wettbewerb profitieren. Allein schon dadurch, dass sie versucht hat, Klimaschutzsieger zu werden, wird die Kommune in den Folgejahren eine höhere Energieproduktivität aufweisen als vergleichbare Städte, das heißt, bei gleichem Wärme- und Stromverbrauch werden dauerhaft weniger Kosten verursacht. Der Wettbewerb ist nicht nur reiner Klimaschutz, sondern belohnt ökonomisches Verhalten seitens der Kommunen und ihrer Einwohner.
Es können sich Kommunen bewerben, die in einer der drei Kategorien Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen realisiert haben. Es zählen also nicht die vagen Pläne, sondern Projekte, die schon umgesetzt wurden. Im Einzelnen geht es um folgende Punkte:
1. Innovative technische und/oder bauliche Maßnahmen in kommunalen Gebäuden und Einrichtungen, die z.B. besonders effektiv Energieeffizienz mit der Nutzung erneuerbarer Energien verbinden.
2. Innovative und vorbildliche Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes, durch die z.B. besonders tragfähige Modelle zur Kooperation mit anderen Kommunen (interkommunale Kooperation, Regionen) oder mit der Privatwirtschaft, Handwerksbetrieben, Einzelhandel, Verbänden oder Bürgerinitiativen realisiert werden konnten.
3. Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen.
Insbesondere der letzte Punkt ist klimatechnisch und auch ökonomisch sehr interessant, weil er darauf abzielt, private Investitionen zu generieren. Ferner sorgt er dafür, dass das Allgemeinwesen Klimaschutz ernst nimmt und so eine bestimmte Stimmung auch langfristig über kurze Wahlperioden hinweg etabliert wird. Wenn man es schafft, dass die Kommune als Ganzes den Willen hat, Klimaschutz-Kommune Nr. 1 zu werden, dann können viele weitere Maßnahmen folgen. Verständnis bei den Bürgern für Energieeffizienz zu wecken, ist ein deutlich besserer Anreiz, als Oktroyierung gepaart mit staatlichen Rechtsdurchsetzungsmechanismen. Ziele werden nur dann übererfüllt, wenn die Bürger hinter dem Projekt stehen.
Die Jury setzt sich zusammen aus dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag, Deutschen Landkreistag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund. Die Anfragen zum Wettbewerb nimmt das Deutsche Institut für Urbanistik in seiner Servicestelle Kommunaler Klimaschutz entgegen.
Abschließend sei angemerkt, dass es sich für die Kommunen im Hinblick auf ihre zukünftige Förderungswürdigkeit positiv auswirken kann, wie sie sich in dem Wettbewerb geschlagen haben. Für die Kommunen ist es eine Frage des Stadtmarketings und der aktiven Stadtplanung, welchen Nutzen sie aus dem Energieeffizienz-Wettbewerb ziehen werden.
Nähere Informationen auf kommunaler-klimaschutz.de




